Devisen: Euro nach Katalonien-Referendum unter Druck

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Montag nach dem Unabhängigkeitsreferendum in der spanischen Region Katalonien deutlich unter Druck geraten. Bis zum Mittag fiel die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief von 1,1730 US-Dollar. Das war etwa ein Cent weniger als im asiatischen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1806 Dollar festgesetzt.

Das von Polizeigewalt überschattete Referendum über die Abspaltung Kataloniens von Spanien haben die Separatisten klar für sich entschieden. Die Mehrheit von 90 Prozent für eine Abspaltung kam jedoch bei einer Wahlbeteiligung von lediglich 42 Prozent zustande. Die Zentralregierung erachtet das Referendum als ungültig, weil es nach der Landesverfassung nicht erlaubt ist. Die Regionalregierung sieht das Referendum trotz Verfassungsverbot als gültig an und berät zur Stunde über das weitere Vorgehen.

Gefragt war an den Finanzmärkten der amerikanische Dollar. Fachleute nannten vor allem zwei Gründe dafür: Zum einen hält sich an den Märkten die Zuversicht, dass die amerikanische Regierung ihre Steuerpläne einigermaßen unbeschadet durch den Kongress bekommt und die US-Wirtschaft dadurch einen Wachstumsschub erhält. Zum anderen sorgen Spekulationen über die kommende Führung der US-Notenbank für Kursauftrieb. Nach Medienberichten soll der frühere Notenbanker Kevin Warsh zum Favoritenkreis gehören. Warsh gilt als Vertreter einer strafferen Geldpolitik.

Konjunkturdaten spielten in diesem Umfeld eine untergeordnete Rolle. Robuste Zahlen zur Industriestimmung im Euroraum konnten den Euro so gut wie nicht stützen. Das Markit-Institut hatte im Vormittagshandel seine Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht. Am Nachmittag präsentiert das amerikanische ISM-Institut sein Pendant zur europäischen Zahl. Es wird mit einer leichten Eintrübung gerechnet, allerdings von hohem Niveau aus.