Devisen: Euro gibt leicht nach

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat zu Wochenbeginn leicht nachgegeben. Am Montagvormittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1993 US-Dollar und damit etwas weniger als im asiatischen Handel. Zuletzt wurde die Marke von 1,20 Dollar wieder leicht übertroffen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,2060 Dollar festgesetzt.

Leicht belastet wurde der Euro zum Wochenstart durch Äußerungen von EZB-Direktor Benoit Coeure. Der Franzose wies in einem öffentlichen Auftritt auf die Gefahr hin, dass ein höherer Wechselkurs die Finanzbedingungen verschärfen könne, falls die Gründe für die Aufwertung außerhalb des Währungsraums zu finden seien. Zudem wiederholte Coeure eine Bemerkung von EZB-Präsident Mario Draghi von vergangener Woche, wonach die jüngsten Kursschwankungen des Euro eine "Quelle der Unsicherheit" seien, die beobachtet werden müssten.

Hintergrund der Äußerungen Draghis und Coeures ist die relative Stärke des Euro. Die Gemeinschaftswährung hat seit Jahresbeginn deutlich aufgewertet, insbesondere zum US-Dollar. Über teurere Exporte und günstigere Importe könnte dies die konjunkturelle Erholung im Euroraum gefährden sowie die Inflation noch weiter unter das Preisziel der EZB von knapp zwei Prozent fallen lassen. Die schwache Inflation ist der Hauptgrund für die extrem lockere Geldpolitik der EZB.

Der US-Dollar konnte gegenüber vielen wichtigen Währungen unterdessen etwas zulegen. Besonders der Schweizer Franken und der japanische Yen, die unter Anlegern in ungewissen Zeiten als "sichere Häfen" beliebt sind, gaben gegenüber der US-Währung nach. Händler nannten als Grund den Umstand, dass Nordkorea entgegen einigen Befürchtungen an diesem Wochenende keinen weiteren Raketentest durchgeführt habe.