Devisen: Euro gibt etwas nach - Türkische Lira setzt Talfahrt fort

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Freitag nach schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland etwas nachgegeben. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1315 Dollar und damit etwas weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1336 Dollar festgesetzt.

Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, ist im Dezember auf den niedrigsten Stand seit Februar gefallen. Der Rückgang war zudem stärker als erwartet. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, sprach von einer "Stop-and-Go-Konjunktur": Die Corona-Wellen bremsten die Wirtschaft zunächst kräftig aus. Ebbe das Infektionsgeschehen ab, komme es zu Nachholeffekten, die das Wachstum wieder kräftig anschieben. "Deshalb zeichnet sich jetzt schon ab, dass mit rückläufigen Infektionszahlen in den Frühjahrsmonaten das Wachstum wieder Fahrt aufnimmt."

Die Inflationsrate im Euroraum ist unterdessen im November auf einen Rekordwert gestiegen. Die Verbraucherpreise legten laut einer zweiten Schätzung im Jahresvergleich um 4,9 Prozent zu. Da eine erste Schätzung bestätigt wurde, bewegten die Daten den Devisenmarkt nicht. Das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent wird deutlich überschritten. Die Notenbank hatte am Donnerstag aber nur eine zögerliche Verringerung ihrer Anleihekäufe beschlossen. Eine Zinserhöhung ist noch nicht in Sicht.

Die türkische Lira hat derweil ihren Sinkflug beschleunigt. Am Mittag wurden zu Dollar und Euro abermals historische Tiefstände markiert. Im Gegenzug mussten für einen Dollar erstmals mehr als 17 Lira gezahlt werden, für einen Euro waren erstmalig mehr als 19 Lira fällig. Dollar und Euro legten jeweils um mehr als sieben Prozent zur Lira zu.

Am Vortag hatte die Notenbank des Landes ihre Zinssenkungen trotz hoher Inflation fortgesetzt. Zugleich kündigte sie ein vorläufiges Ende der Lockerungen an, um ihre geldpolitische Strategie zu prüfen. Die Reaktion der politischen Führung, die den Zinssenkungskurs befeuert hatte, bleibt abzuwarten.

Unterdessen hat die Europäische Union beschlossen, die Beitrittsverhandlungen mit dem Land weiterhin nicht fortzuführen. Man bedauere, dass sich die Türkei immer weiter von der EU entferne.

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