Devisen: Euro und Franken und Druck - Dollar legt zu

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat zu Wochenbeginn angesichts gestiegener Chancen auf eine große Steuerreform in den USA nachgegeben. Am Montagmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1850 US-Dollar und damit einen halben Cent weniger als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor dem Wochenende auf 1,1885 Dollar festgesetzt.

Kursgewinne konnte dagegen der amerikanische Dollar verbuchen. Auslöser war, dass der US-Senat am Wochenende die seit längerem geplante Steuerreform passieren ließ. Bevor die Reform Gesetz werden kann, müssen aber die Pläne des Senats mit denen des Repräsentantenhauses in Einklang gebracht werden. Die beiden Vorschläge weisen Unterschiede etwa in der Einkommensteuer auf.

An den Finanzmärkten profitierte der Dollar, weil die Verabschiedung im Senat als Teilerfolg der Regierung gewertet wurde. Die Steuerreform ist eines der größten Wahlversprechen von US-Präsident Donald Trump. Die geplanten niedrigeren Steuersätze könnten das Wirtschaftswachstum anschieben und raschere Zinsanhebungen der US-Notenbank zufolge haben. Beides spricht für einen tendenziell höheren Dollarkurs.

Unter Druck standen am Montag dagegen Währungen, die an den Finanzmärkten als Rückzugsort in ungewissen Zeiten gelten. Dazu gehören in erster Linie der Schweizer Franken und der japanische Yen. Der Franken gab zuletzt 0,8 Prozent zum Dollar nach, der Yen etwa 0,7 Prozent.

Im Tagesverlauf werden Anleger am Devisenmarkt ein Treffen der britischen Premierministerin Theresa May und des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker im Blick behalten. Es soll eine Zwischenbilanz zu den Brexit-Gesprächen gezogen werden. Als größter Knackpunkt gilt mittlerweile die Grenze zwischen Irland und Nordirland, die nach einem Austritt Großbritanniens zur Außengrenze der EU gehört. In der Eurozone wollen die Finanzminister über einen Nachfolger für den scheidenden Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem abstimmen.