Devisen: Euro vor Fed-Entscheid recht stabil - Zudem US-Schuldenpläne im Fokus

FRANKFURT (dpa-AFX) -Der Kurs des Euro EU0009652759 hat sich nach seinen deutlichen Vortagesschwankungen am Mittwoch recht stabil gehalten. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,0548 US-Dollar gehandelt und damit etwas unter dem Niveau vom Dienstagabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,0619 (Montag: 1,0605) Dollar festgelegt.

Der Handelstag steht zum einen im Zeichen der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend. Die Fed wird laut Volkswirten das Zinsniveau wohl erneut unverändert belassen. Damit würde die Notenbank zum zweiten Mal in Folge still halten. Die Leitzinsspanne würde weiter zwischen 5,25 und 5,50 Prozent liegen.

Spannend ist jedoch vor allem, ob die Fed auf den folgenden Sitzungen nochmal handeln könnte. Es wird erwartet, dass sich Notenbank die Möglichkeit einer Zinsanhebung bereits im Dezember offen lässt, wenn das Wirtschaftswachstum robust bleibt. Ein dauerhaft beschleunigtes Wachstum träfe auf einen bereits sehr angespannten Arbeitsmarkt, sodass die Inflationsgefahren größer würden, schrieben die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen. Dies halte die Zinserwartungen zum Ende des Jahres am Leben, zumal sich die Inflation als hartnäckiger als erwartet erwiesen habe.

Impulse für den Devisenmarkt könnten im Tagesverlauf zum anderen auch von Seiten des US-Finanzministeriums kommen. Bei der anstehenden Verteilung der US-Neuverschuldung im kommenden Quartal auf die unterschiedlichen Laufzeitbänder dürfte vor allem relevant sein, ob das Ministerium eine Absenkung der Schuldverschreibungen mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr (T-Bills) umsetzt, schrieben die Analysten der Dekabank.

Aktuell machen T-Bills den Experten zufolge mehr als ein Fünftel der US-Staatsverschuldung aus. Eine Absenkung des Volumens würde mit steigenden Emissionen von Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren oder mehr (T-Bonds) und damit mit verstärkter Nervosität im Handel mit lang laufenden US-Anleihen einhergehen. Diese würde sich entsprechend auf die Renditen und damit auf den Wechselkurs des Dollar zum Euro auswirken.