Devisen: Euro fällt auf Viermonatstief

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Montag an seine Schwäche der vergangenen Tage angeknüpft. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,0926 US-Dollar und damit so wenig wie zuletzt vor etwa vier Monaten. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0951 (Freitag: 1,0969) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9132 (0,9117) Euro.

Belastet wurde der Euro durch Produktionsdaten aus der Industrie. Nachdem bereits Zahlen aus den Industrieunternehmen Deutschlands, Frankreichs und Spaniens enttäuscht hatten, fielen am Montag auch Werte aus Italien schwach aus. Hoffnungen auf eine Erholung des schwer angeschlagenen Sektors erhalten dadurch einen Dämpfer. Zumal die Aussicht auf Besserung schwindet: Am Montag fielen die vom Institut Sentix erhobenen Konjunkturerwartungen erstmals seit Oktober wieder zurück. Als Grund wurde der von China ausgehende Coronavirus genannt.

Der Verzicht von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur sorgte am Währungsmarkt dagegen kaum für Bewegung. Ökonomen sagten, die unmittelbaren Folgen für die bundesdeutsche Politik dürften sich in Grenzen halten. "Ungeachtet des vielen Lärms erwarten wir keine größeren substanziellen politischen Auswirkungen", kommentierte Holger Schmieding, Chefökonom des Bankhauses Berenberg. "Dies ist größtenteils eine CDU-interne Angelegenheit." Keiner der denkbaren Nachfolger von Kramp-Karrenbauer spiele mit dem Gedanken, die Koalition mit der SPD zu verlassen und vorgezogene Wahlen auszurufen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84628 (0,84720) britische Pfund, 120,18 (120,51) japanische Yen und 1,0700 (1,0705) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1574 Dollar gehandelt. Das waren rund drei Dollar mehr als am Freitag.