Devisen: Euro fällt zum US-Dollar auf Zweijahrestief

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> ist am Dienstag nach einem freundlichen Start unter Druck geraten. Die Gemeinschaftswährung knüpfte damit wieder an ihre jüngsten Verluste an und erreichte bei 1,0673 US-Dollar den tiefsten Stand seit gut zwei Jahren. Am Mittag notierte der Euro bei 1,0688 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag noch auf 1,0746 Dollar festgesetzt.

Belastet wird der Euro vor allem durch die hohen Zinserwartungen in den USA. Dort wird von der Notenbank Federal Reserve in diesem Jahr eine scharfe geldpolitische Wende mit schnellen und deutlichen Zinsanhebungen erwartet. Hintergrund ist die sehr hohe Inflation von zuletzt 8,5 Prozent.

Die EZB dürfte im Vergleich zur Fed vorsichtiger vorgehen, erwarten viele Experten. Devisenanalystin Antje Praefcke von der Commerzbank sieht den Euro zudem langfristig auch durch den Ukraine-Krieg und die Lieferkettenengpässe belastet, die den Markt wieder stärker beschäftigten.

Für den Markt scheint Praefcke zufolge das Risiko einer Stagflation in der Eurozone offensichtlich wieder zu steigen: "Selbst, wenn die Europäische Zentralbank schon im Juli mit Zinserhöhungen beginnt und damit proaktiv gegen die Inflationsgefahren angeht, so besteht doch die Gefahr einer Energiekrise fort, die zu schmerzhaften Einschnitten in der Wirtschaft führen würde. Tut die EZB hingegen aus konjunktureller Sorge nichts oder aus Marktsicht zu wenig, riskiert sie, hinter die Kurve zu fallen, zumal wegen der Covid-Maßnahmen in China die Lieferkettenengpässe den Preisdruck vermutlich noch monatelang am Köcheln halten und die Aussicht auf positive Realzinsen (Nominalzinsen abzüglich der Inflation) in der Eurozone zusehends schwinden würde."

Im weiteren Handelsverlauf blicken die Marktteilnehmer unter anderem auf neue Konjunkturdaten aus den USA. Erwartet werden einige Zahlen vom Immobilienmarkt, daneben Auftragsdaten aus der Industrie und ein Indikator für die Verbraucherstimmung. Aus den Reihen der großen Notenbanken äußern sich einige hochrangige Vertreter.

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