Devisen: Euro fällt auf tiefsten Stand seit Mitte 2020

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Donnerstag weiter unter Druck gestanden. Am Vormittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1453 US-Dollar und damit so wenig wie letztmalig im Juli 2020. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch deutlich höher auf 1,1558 Dollar festgesetzt.

Auslöser der kräftigen Euro-Verluste sind Inflationsdaten aus den USA vom Vortag. Mit 6,2 Prozent sind die Verbraucherpreise im Oktober so stark gestiegen wie seit 31 Jahren nicht mehr. Die hohe Inflation weckt Erwartungen auf Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed, was den Dollar als Anlagewährung tendenziell attraktiver werden lässt. Er wertet gegenüber anderen Währungen wie dem Euro auf.

Unterdessen hat der österreichische Notenbankchef Robert Holzmann seine Auffassung geäußert, dass die EZB ihre Wertpapierkäufe im kommenden Jahr komplett einstellen könnte. Sollte die Inflation nachhaltig dem EZB-Ziel entsprechen, könnten die Käufe im Herbst oder gegen Ende 2022 beendet werden, sagte Holzmann am späten Mittwochabend in London. Holzmann gilt als Vertreter eine straffen Geldpolitik, die im EZB-Rat derzeit nicht mehrheitsfähig ist.

Wirtschaftsdaten, die für Marktbewegung sorgen könnten, stehen am Donnerstag nur wenige an. In den USA herrscht feiertagsbedingt überwiegend Ruhe. In der Eurozone äußern sich einige hochrangige Zentralbankvertreter.

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