Devisen: Euro fällt kurz unter 1,19 US-Dollar

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EU0009652759> ist am Dienstag etwas unter Druck geraten. Die Gemeinschaftswährung war im Handelsverlauf erstmals seit einer Woche wieder unter 1,19 US-Dollar gefallen, konnte die Marke aber schnell zurückerobern. Am Mittag notierte der Euro bei 1,1905 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1910 Dollar festgesetzt.

Gesprächsthema am Markt war die jüngst gestiegene Verunsicherung der Anleger wegen der gefährlicheren Delta-Variante des Coronavirus, die die aktuelle Konjunkturerholung in Europa gefährdet. Zur Eindämmung der Delta-Variante haben nun Spanien und Portugal ihre Einreise-Regeln für Briten verschärft. Großbritannien verzeichnete wieder so viele neue Corona-Fälle wie zuletzt Ende Januar. Trotzdem stellte die Regierung für Mitte Juli weitreichende Lockerungen in Aussicht.

Vor diesem Hintergrund waren als vergleichsweise sichere Anlagen neben dem Dollar auch der japanische Yen und der Schweizer Franken gefragt. Im Gegenzug mieden die Anleger neben dem Euro auch andere als eher riskant geltende Währungen wie die norwegische Krone oder der australische sowie der neuseeländische Dollar.

Am Devisenmarkt bekomme die Delta-Variante angesichts ihres Anstiegs und ihrer länderübergreifenden Ausbreitung offenbar eine größere Bedeutung, aber bis jetzt scheine sie nur ein zusätzliches Rauschen zu verursachen, anstatt eine neue schwere Welle der globalen Risikoaversion auszulösen, schrieben Experten der Bank Unicredit.

Im Tagesverlauf dürften die Preisentwicklung stärker in den Fokus der Anleger am Devisenmarkt rücken. Auf dem Programm stehen Inflationsdaten aus Deutschland für Juni. Der Markt erwartet in der größten Volkswirtschaft der Eurozone eine Inflationsrate von 2,4 Prozent und damit einen leichten Rückgang nach 2,5 Prozent im Mai.

Die EZB strebt ein Inflationsziel im Währungsraum von mittelfristig knapp zwei Prozent an. Allerdings will die Europäischen Zentralbank auf den in der gesamten Eurozone steigenden Inflationsdruck nicht reagieren, weil sie ihn als übergangsweise Entwicklung betrachtet.

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