Devisen: Euro etwas schwächer - Türkische Lira auf Rekordtief

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Dienstag leicht nachgegeben. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung in einem ruhigen Umfeld 1,1725 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Am Montag war der Euro durch die gescheiterten Gespräche zur Regierungsbildung in Deutschland und solide US-Wirtschaftsdaten zeitweise belastet worden.

Die ungewohnte politische Unsicherheit in Deutschland nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche kann den Euro nicht weiter unter Druck setzen. "So ungewohnt es auch für Deutschland sein mag, die Märkte zeigen sich unbeeindruckt von den Jamaika-Turbulenzen", kommentierten Experten der Commerzbank.

Unter anhaltendem Druck stand dagegen die türkische Lira. Sowohl zum US-Dollar als auch zum Euro fiel sie auf ein Rekordtief. Als Auslöser wurden jüngste Äußerungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan genannt. Erdogan hatte sich zum wiederholten Mal gegen höhere Leitzinsen ausgesprochen. Erdogan gilt schon länger als Kritiker hoher Zinsen zur Inflationsbekämpfung.

In die entgegengesetzte Richtung bewegte sich der australische Dollar. Er wertete zum amerikanischen Dollar auf. Händler verwiesen auf Aussagen von Australiens Notenbankchef Philip Lowe, wonach der nächste Zinsschritt wahrscheinlich eher nach oben als nach unten gehe. Zugleich unterstrich Lowe aber, dass er den Zeitpunkt für eine Anhebung noch nicht gekommen sieht. Eine geldpolitische Anpassung in naher Zukunft sei eher nicht zu erwarten, sagte er.