Devisen: Euro unter Druck - Britisches Pfund leidet unter neuer Virus-Variante

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Das breite Bekanntwerden der Ausbreitung einer Mutation des Coronavirus und die Brexit-Hängepartie haben den Euro <EU0009652759> am Montag belastet. Die Gemeinschaftswährung weitete ihre jüngsten Verluste aus und sackte im bisherigen Tagesverlauf bis auf 1,2130 US-Dollar ab. Zuletzt notierte der Eurokurs bei 1,2167 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,2259 Dollar festgesetzt.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Euro mit rund 1,2273 Dollar einen Höchststand seit April 2018 erreicht. An diesem Montag nun erhielt der Dollar als globale Reservewährung durch die Bank Zulauf. Im Gegenzug gerieten vor allem das britische Pfund und die norwegische Krone unter Druck, die zudem unter den nachgebenden Ölpreisen litt.

Börsianer verwiesen auf die neue Variante des Coronavirus, die sich derzeit rasch im Südosten Englands ausbreitet und die wirtschaftlichen Aktivitäten noch weiter zu lähmen droht. Die neue Variante ist laut Großbritanniens Premierminister Boris Johnson um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Daraufhin haben etliche Länder, darunter Deutschland, bereits den Flugverkehr aus Großbritannien gestoppt.

Die Devisen-Experten der Commerzbank betonten zudem, dass "die Brexit-Verhandlungen am Sonntag mal wieder eine Deadline verpasst haben. Jetzt ist es zu spät dafür, dass irgendein Last-Minute-Deal von Europas Volksvertretern noch ratifiziert werden könnte". Damit sei nichts "Finales" mehr regelbar vor Ende der Übergangsfrist am 31. Dezember.

Trotz Sorgen vor Versorgungsengpässen wegen der neuen Coronavirus-Variante schließt Großbritannien eine Verlängerung der Brexit-Übergangsphase aus. Die Zeit, in der Großbritannien zwar nicht mehr der Europäischen Union, aber dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion angehört, werde "sicher nicht" über den 31. Dezember hinaus ausgedehnt, sagte Transportminister Grant Shapps der BBC.