Devisen: Euro deutlich unter 1,02 US-Dollar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die unsichere Versorgungslage mit Erdgas hat den Euro <EU0009652759> am Dienstag stark belastet. Die Gemeinschaftswährung fiel im Handelsverlauf auf ein Tagestief bei 1,0116 US-Dollar und notierte am Nachmittag zuletzt bei 1,0138 Dollar. Im frühen Handel hatte der Euro noch rund einen Cent mehr gekostet. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0124 (Montag: 1,0236) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9878 (0,9769) Euro.

Vor allem die weiterhin ungewisse Versorgungslage mit Erdgas verunsichert die Märkte und belastet den Euro. Russland hatte am Montag eine Halbierung seiner bereits reduzierten Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 angekündigt. Die Erdgaspreise legten auch am Dienstag deutlich zu. Die Eurozone ist stark von russischem Erdgas abhängig. Ein Ausbleiben der Lieferungen würde die Wirtschaft in ganz Europa stark belasten.

Die EU-Staaten haben unterdessen einen Notfallplan zu Gaskonsum-Drosselung auf den Weg gebracht. Der Plan soll vor allem die Risiken reduzieren, die sich aus einer vollständigen Unterbrechung russischer Gaslieferungen ergeben könnten.

Zunehmend in den Fokus gerät derweil die zweitägige Zinssitzung der US-Notenbank. Ergebnisse will die Fed am Mittwochabend bekannt geben. Es wird mit einer erneut deutlichen Zinsanhebung um 0,75 Prozentpunkte gerechnet. Eine Anhebung im selben Ausmaß hatte die Notenbank bereits nach ihrer jüngsten Sitzung Mitte Juni vorgenommen.

Notenbank-Chef Jerome Powell stehe derweil am Mittwoch auch eine schwierige Pressekonferenz im Anschluss an den Zinsentscheid bevor, schrieb David Page, Volkswirt beim Vermögensverwalter Axa Investment Managers. Einerseits werde Powell signalisieren müssen, dass sich die Fed weiterhin für die Wiederherstellung der Preisstabilität einsetze. Andererseits werde der Notenbank-Chef darauf achten müssen, dass er die finanziellen Bedingungen nicht weiter verschärfe, was die Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. "Die richtige Balance zu finden wird ebenso schwierig sein wie der Versuch der Fed, eine sanfte Landung zu erreichen", resümierte Page.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84558 (0,84813) britische Pfund, 138,35 (139,84) japanische Yen und 0,9765 (0,9869) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1716 Dollar gehandelt. Das waren vier Dollar weniger als am Montag.

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