Devisen: Euro bleibt gefragt - Schweizer Franken fällt weiter

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro bleibt an den internationalen Finanzmärkten gefragt. Am Freitagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1740 US-Dollar und damit einen halben Cent mehr als am Morgen. Der am Donnerstag erzielte zweieinhalbjährige Höchststand von 1,1777 Dollar wurde nicht erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1729 (Donnerstag: 1,1694) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8526 (0,8551) Euro.

Gestützt wurde der Euro durch positive Konjunkturdaten aus der Eurozone, die auf einen anhaltend robusten Aufschwung hindeuten. Die großen Euroländer Frankreich und Spanien bleiben auf Wachstumskurs, wie Wachstumsdaten zum zweiten Quartal zeigten. Frankreich verzeichnete ein solides Wachstum von 0,5 Prozent, Spanien erzielte mit 0,9 Prozent das stärkste Wirtschaftswachstum seit fast zwei Jahren. Rückenwind bekam der Euro auch von der US-Politik, wo es abermals nicht gelang, die Krankenversicherung zu reformieren.

Die aktuelle Euro-Stärke spiegelt sich in einer anhaltenden Schwäche des Schweizer Franken. Am Freitag mussten für einen Euro knapp 1,14 Franken gezahlt werden. Das ist ein Höchststand, seitdem die Schweizerische Nationalbank SNB Anfang 2015 einen Mindestkurs für den Euro-Frankenkurs eingezogen hat, um die Aufwertung des Franken zu stoppen. Fachleute tun sich allerdings schwer, neben der Euro-Stärke konkrete Gründe für die Schwäche des Franken zu benennen. Spekuliert wird über Eingriffe der SNB, um die Franken-Schwäche zu befeuern.

Tagesgewinner unter den Währungen der größten Industrieländer war die schwedische Krone. Sie legte gegenüber dem amerikanischen Dollar um gut ein Prozent zu. Auslöser waren sehr gute Wachstumszahlen. Im zweiten Quartal wuchs die schwedische Wirtschaft um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das war der stärkste Zuwachs seit Ende 2010 und lag fast doppelt so hoch wie die mittleren Erwartungen von Analysten. Die Kritik einiger Fachleute an der extrem lockeren Geldpolitik der schwedischen Notenbank dürfte angesichts solcher Zahlen eher lauter als leiser werden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89568 (0,88978) britische Pfund, 130,37 (130,32) japanische Yen und 1,1357 (1,1232) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1264,90 (1261,10) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete unverändert 34 773,00 Euro.