Devisen: Euro büßt Gewinne wieder ein

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Donnerstag seine Gewinne nach einem vorübergehenden Sprung über die Parität zum US-Dollar wieder eingebüßt. Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus dem Euroraum ließen die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0033 Dollar steigen. Im weiteren Tagesverlauf verpuffte deren Wirkung aber zunehmend, zumal die USA ebenfalls eher gute Daten präsentierten.

Zuletzt kostete der Euro im New Yorker Handel 0,9971 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs davor auf 0,9970 (Mittwoch: 0,9934) Dollar festgesetzt; der Dollar hatte damit 1,0030 (1,0066) Euro gekostet.

Im zweiten Quartal zeigte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) überraschend ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt bekannt gab. In einer ersten Schätzung war die Wiesbadener Behörde noch von einer Stagnation ausgegangen. Zudem belegte das Ifo-Geschäftsklima zwar, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im August den dritten Monat in Folge eingetrübt und den tiefsten Sand seit Juni 2020 erreicht hat. Analysten hatten allerdings mit einer noch schlimmeren Entwicklung gerechnet.

In Frankreich blieb die Unternehmensstimmung im August stabil, wie der Indikator des Statistikamtes Insee zeigte. Das war ebenfalls eine positive Überraschung.

Auch am Devisenmarkt richtet sich der Fokus zunehmend auf ein Treffen von Notenbankern, das in der Nacht zum Freitag im amerikanischen Jackson Hole (Bundesstaat Wyoming) beginnt und von dem sich Anleger neue Hinweise auf die weitere Geldpolitik in den USA erhoffen. US-Notenbankchef Jerome Powell wird seine mit Spannung erwartete Rede am Freitag halten.

Nach Einschätzung der schweizerischen Bank Credit Suisse dürften die zunehmenden Risiken für den Euro und die Stärke des Dollars auch gegenüber etlichen anderen Währungen den Euro noch weiter unter die Parität mit dem "Greenback" drücken. Die Aussagen einiger Mitglieder der US-Notenbank Fed ließen dauerhaft höhere Zinsen in der weltgrößten Volkswirtschaft zunehmend wahrscheinlicher erscheinen, schrieben die Experten in einer aktuellen Studie. Derweil steige die Inflation im Euroraum immer noch, während sich die Wachstumsaussichten verschlechtert hätten.