Deutschpop "weinerlich" und immer "gleich": Yvonne Catterfeld redet sich um Kopf und Kragen

Christina Raftery
·Lesedauer: 4 Min.

Die zweite Runde der "Sing Offs" nutzt Yvonne Catterfeld für eine kritische Bestandsaufnahme in Sachen Deutschpop. Mark Forster fühlt sich direkt angesprochen und stichelt: "Die Catterfeld zeigt wieder ihr wahres Gesicht."

Deutschpop "weinerlich" und immer "gleich":  Yvonne Catterfeld redet sich um Kopf und Kragen
Zeigte Yvonne Catterfeld bei "The Voice of Germany" ihr "wahres Gesicht"? (Bild: ProSiebenSat1)

In der zweiten Runde der "Sing Offs" bei "The Voice of Germany" konnte Coach Yvonne Catterfeld mit ihrer Meinung über einheimische Pop-Produktionen nicht an sich halten Coach-Kollege Mark Forster gefiel das gar nicht.

Anlass für die Spitze ist der Auftritt von Jonnes Vennemann-Schmidt (28) aus dem Team Mark, der sich dem Deutschpop und damit der "puren Kraft der Liebe" (Moderator Thore Schölermann) verschrieben hat. "Sehr warm, sehr berührend und sehr breit", lobt Forsters Gast-Kollegin Joy Denalane Jonnes' Stimme und empfiehlt ihm beim Coaching: "Sing auch mal leise und langsam und gib auch den Hindernissen Raum." Ein Rat, den Jonnes nach seinem Auftritt mit Andreas Bouranis "Auf anderen Wegen" direkt umsetzen kann, denn aus Yvonne Catterfelds Feedback klingt Überdruss: "Ich bin nicht immer Fan von deutschsprachiger Musik, besonders bei Männern", bekennt die Jurorin.

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Als die anderen Coaches laut lachen müssen, vergewissert sie sich verwirrt: "Wie, was habe ich gerade gesagt?" Moderator Thore kommt ihr zu Hilfe: "Du hast gerade gesagt, du bist kein Fan von Mark Forster!" "Nein, von deutscher Musik ..." versucht sich Catterfeld, die selbst sieben überwiegend deutschsprachige Alben veröffentlicht hat, aus der Affäre zu winden. "Jaja, die Catterfeld zeigt wieder ihr wahres Gesicht", so Marks lakonische Antwort.

Deutschpop "weinerlich" und immer "gleich":  Yvonne Catterfeld redet sich um Kopf und Kragen
Mit ihrer Kritik sei nicht Mark Forster (links) - so viel Kollegialität muss sein (Bild: ProSiebenSat.1/Richard Hübner)

Glücklicherweise kriegt seine Kollegin die Kurve wieder in Richtung Jonnes: "Irgendwie macht gerade jeder auf Deutsch. Sehr viel davon klingt gleich und oft weinerlich. Was du reinbringst, ist das Männliche, du bringst Farbe und du bekennst dich. Kratzig, voll, volumig - find ich gut." Die Ehre des Deutschpop ist vorerst gerettet, Jonnes leider nicht: Coach Forster hätte sich bei seiner Performance nämlich mehr "2020" gewünscht: "Die Musikrichtung, für die ich selbst stehe, muss sich weiterentwickeln."

Profis raus

Bleibt zu hoffen, dass Jonnes weiterhin von seiner Musik leben kann - das ist dem Theologie-Studenten nämlich bereits gelungen. Damit passt er in eine Reihe von Kandidaten, die trotz ihrer großen musikalischen Erfahrung in den Sing Offs ausgeschieden sind: Bei "The Voice of Germany" nutzt es leider nicht viel, bereits Profi zu sein.

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So mussten sich aus dem Team Stefanie & Yvonne die Vollblutmusiker Oliver Henrich (39), Sänger einer erfolgreichen Bon-Jovi-Tribute-Band, und Vojtech Zakouril (24), der in seiner Heimat Tschechien bereits eine Karriere gestartet hat, verabschieden. Völlig unbegreiflich auch das Ausscheiden von Musikpädagogin Maria Nicolaides (27) und Allstar Dimi Rompos (30), die einen authentischen Rap zu "No Diggity" hinlegte - auch für die Coaches vom Team "Catterkloß", für die Rea Garvey eine Wette ausrief: "Wer weint wohl als erste?"

Deutschpop "weinerlich" und immer "gleich":  Yvonne Catterfeld redet sich um Kopf und Kragen
Musikpädagogin Maria Nicolaides (links) und Allstar Dimi Rompos mussten beide ausscheiden (Bild: ProSiebenSat.1/Richard Hübner)

Es nicht zu tun, scheint angesichts der "unentscheidbaren" (Kloß) Entscheidungen dieser Phase unmöglich. "Die Sing Offs sind so das Herzzerreißendste", das man sich vorstellen kann", benennt Nico Santos das Offensichtliche, denn nicht nur Yvonne und Stefanie kommen in der Runde ihres Teams an ihre Grenzen.

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"Mach es mit Liebe", empfehlen sie, als Kandidat Manuel Süß (22) seinen "Hot Seat" räumen muss, und fragen andere Mitstreiter allen Ernstes: "Wäre es cool für dich, deinen Platz zu räumen?" Fatalerweise muss dies auch Megatalent und Lehrer Alessandro Pola (30) tun, trotz Samu Habers Einschätzung als "beste Performance heute". Ihn verabschieden Yvonne und Stefanie mit den Worten "Um dich brauchen wir uns keine Sorgen machen, du wirst deinen Weg gehen" - bis ihn genau dieser in die offenen Arme von Michael Schulte führt. Über dessen Comeback Stage ist für ihn also wieder alles offen.

Noch einmal mit Gefühl

Und da es in der Musik laut Clueso vor allem um die Frage "Wann funktioniert die Emotion?" geht, gehen aus dem Team "Catterkloß" zwei junge Männer ins Halbfinale, die zwar das genaue Gegenteil voneinander sind, aber ihre Coaches auf unterschiedliche Weise inspirieren. Erneut machte der Schweizer Gitarrenlehrer Noah Sam Honegger (22) mit Stimme und Gitarre alle sprachlos: Seine Version von Johnny Cashs "Hurt" lässt erneut vergessen, dass er im Alltag stark stottert.

Glam wiederum verkörpert Allstar und Model Juan Geck (28): Obwohl er laut überwiegender Jurymeinung unter seinen Möglichkeiten blieb - "Du bleibst uns immer was schuldig!" beklagte sich Mark Forster - katapultiert ihn das "Bauchgefühl" (Yvonne) seiner Coaches ins Halbfinale. Und vielleicht Catterfelds Gewissheit: Beide Kandidaten haben in allen bisherigen Runden konsequent auf Englisch gesungen.

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