Deutschlands Nächte werden fast überall heller - nur nicht in Thüringen

Die Nächte in Deutschland werden nahezu überall durch künstliche Beleuchtung heller - mit Ausnahme von Thüringen. Dies fanden Wissenschaftler durch die Auswertung von Satellitendaten heraus, wie das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) am Freitag in Potsdam mitteilte. Erforscht wurden dabei Änderungen der nächtlichen Beleuchtung in den einzelnen Bundesländern sowohl bei der Intensität der Beleuchtung - der sogenannten Strahldichte - als auch bei der beleuchteten Fläche.

Bei der Strahldichte stellten die GFZ-Wissenschaftler Christopher Kyba und Theres Küster sowie Helga Kuechly vom Potsdamer Unternehmen Luftbild-Umwelt-Planung in Ländern wie Bayern und Baden-Württemberg eine Helligkeitszunahme um drei bis vier Prozent pro Jahr fest. Allerdings gab es auch große Regionen in Ost und West mit nur minimalen Veränderungen. Dunkler wurde es dagegen in Thüringen.

Bei der Zunahme der beleuchteten Flächen ergaben die Auswertungen einen klaren Ost-West-Unterschied: In allen neuen Bundesländern einschließlich Berlins wuchsen die künstlich erhellten Flächen nur moderat um weniger als ein Prozent pro Jahr. In Thüringen schrumpften diese Flächen sogar.

Die Zunahme der nächtlichen Beleuchtung in weiten Teilen Deutschlands erklärte das Wissenschaftlerteam vor allem mit der zunehmenden Verwendung von LED-Leuchten in den Außenbereichen. Noch nicht abschließend geklärt ist demnach, warum die Nächte in Thüringen zwischen 2012 und 2017 dunkler wurden. Eine von mehreren möglichen Erklärungen könnte sein, dass die in dem Bundesland weiter häufig verwendeten Natriumdampflampen altern und lichtschwächer werden.