Deutschlands großer Streitpunkt: "Bringt nichts auf dem Platz"

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Deutschlands großer Streitpunkt: "Bringt nichts auf dem Platz"
Deutschlands großer Streitpunkt: "Bringt nichts auf dem Platz"

Mario Basler wählte klare Worte, um die Leistungen von Leroy Sané in der deutschen Nationalmannschaft zusammenzufassen.

"Er bringt nichts auf dem Platz, sagte der SPORT1-Experte Mario Basler im EM Doppelpass. Sané steht sinnbildlich für die deutschen Probleme in der Offensive, obwohl er bei Weitem nicht alleine für sie verantwortlich ist. Doch gegen Ungarn wurde er sogar von einigen deutschen Fans ausgepfiffen. (EM 2021, Achtelfinale: England - Deutschland, Dienstag ab 18 Uhr im LIVETICKER)

Zwar hatte nur Spanien mehr Ballbesitz als das DFB-Team in der Vorrunde - doch wenn ein Gegner anders als Portugal keine riesigen Lücken anbietet, wirkt die deutsche Offensive meist ideenlos wie beim 0:1 gegen Frankreich zum Auftakt und jüngst beim 2:2 gegen Ungarn.

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"Unsere Offensive hat gegen Ungarn total versagt. Die Offensive ist der Teil, der die Spiele gewinnt. Die Defensive muss stehen, aber wir haben gute Defensivspieler - auch wenn wir natürlich den einen oder anderen Fehler hatten", schimpfte Basler über die Angriffsbemühungen der Nationalmannschaft.

Basler und Effenberg: Kein Platz für Sané

Nun geht es im EM-Achtelfinale ausgerechnet gegen England, die bei der EM noch kein Gegentor kassiert haben und in den vergangenen neun Länderspielen gleicht achtmal zu Null spielten. Bundestrainer Joachim Löw muss sich also etwas einfallen lassen, um die starke Defensive der Engländer zu knacken.

Für Sané, der nach der Vormittagseinheit am Samstag eine Sonderschicht einlegte, um Abschlüsse zu trainieren, ist laut Basler jedenfalls kein Platz in der Startelf: "Ich würde Havertz ins Zentrum stellen, Gnabry und Müller über die Außen kommen lassen. Gnabry muss wieder über seine Stärken über Außen kommen, dass er auch mal nach innen ziehen und das Tor schießen kann."

SPORT1-Experte Stefan Effenberg würde den Linksfuß vom FC Bayern ebenfalls nicht aufstellen, stattdessen einen anderen Deutschen Meister: "Ich hoffe, dass Löw das Gespür hat, zu erkennen, dass ein Goretzka von Anfang an spielen muss und es mit der Doppelsechs Kroos/Gündogan nicht funktioniert. Da muss man eine Mischung mit einer offensiveren Kraft finden. Dass Müller zurückkommt, ist ja klar. Dass Sané nicht aufgestellt werden kann und darf, ist ja auch klar."

Effenberg kritisiert Scholl: "Kann nicht sein"

Die teils harsche Kritik einiger Experten an Sané geht Effenberg dennoch zu weit. "Es kann nicht sein, dass Experten Sané so niedermachen und Sachen sagen wie: 'Er ist ein Running Gag.' Das lesen die Leute im Stadion ja auch und haben ihre Meinung vorgefertigt", sagte Effenberg im EM Doppelpass auf SPORT1.

Effenberg bezog sich damit auf Mehmet Scholl, der bei der Bild während des Ungarn-Spiels über Sané gesagt hatte: "Der Typ verfolgt uns, das ist unser Running Gag."

Für den 52-Jährigen ein Unding: "Man kann sachlich kritisieren. Wenn aber jemand um die Ecke kommt und unter die Gürtellinie geht, ist für mich die Grenze erreicht. Wir sind ja alle einer Meinung, dass er viel mehr Potenzial und Qualität hat. Aber deswegen kannst du ihn doch nicht menschlich so fertig machen. Das geht gar nicht. Auspfeifen oder so etwas gehört sich nicht."

Effenberg hat auch schon einmal Pfiffe der eigenen Fans am eigenen Leib erfahren. "Man sollte da zusammenstehen, anscheinend kapieren das einige wenige Vollidioten nicht. Damit tut man dem Spieler überhaupt keinen Gefallen. Wir wollen als Land zusammen etwas erreichen", kritisierte der 35-malige Nationalspieler.

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Basler: Gnabry "seit drei Spielen ein Totalausfall"

Für Effenberg ist vom 25-Jährigen nach dem schwerem Beginn jedenfalls nicht mehr allzu viel zu erwarten: "Ich glaube weniger, dass Sané bei diesem Turnier noch ein Faktor wird. Das beschäftigt die ja auch. Das sind junge Menschen, die Fehler machen, aber eigentlich viel mehr Qualität haben."

Wie Effenberg hält auch Basler den Fokus auf Sané für falsch, da auch andere Offensivspieler im Kader enttäuschen: "Wir dürfen nicht nur Sané nehmen, sondern müssen auch über Serge Gnabry nachdenken, der drei Spiele für mich nicht auf dem Platz war", sagte Basler. Zuvor sprach er sogar davon, dass Gnabry "seit drei Spielen ein Totalausfall" sei.

Baslers Fazit lautet daher: "Wenn ein verletzter Thomas Müller eingewechselt wird und ein 18-jähriger Jamal Musiala hereinkommt und das Spiel mitentscheidet - dann müssen sich doch alle anderen mal hinterfragen, ob die nicht zu viel Tennis in Herzogenaurach gespielt haben."

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