Deutschlands Geschäftsausblick schlechter nach kurzer Erholung

Carolynn Look
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(Bloomberg) -- Deutsche Unternehmen sehen weniger optimistisch in die Zukunft, nachdem die Coronavirus-Fälle stark angestiegen sind und die Behörden gezwungen waren, wieder Beschränkungen einzuführen. Die kräftige Erholung im dritten Quartal kam dadurch zum Stillstand.

Die Erwartungskomponente der Ifo-Befragung fiel im November auf 91,5, verglichen mit 94,7 im Vormonat. Der Rückgang war stärker als von Ökonomen prognostiziert. Besonders schlecht sind die Aussichten für Dienstleistungen, bei denen vorübergehende Geschäftsschließungen und Regeln, die sich auf soziale Aktivitäten auswirken, die Gewinne schmälern und zu Insolvenzen führen können.

Mehr als 70% der Unternehmen im Gastgewerbe sehen ihre Existenz gefährdet und fast 20% fragen sich, ob sie diesen Monat überhaupt durchkommen werden. Die Aussichten könnten sich am Mittwoch noch einmal verschlechtern, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs aller Voraussicht nach eine Verlängerung des Lockdowns für einen Großteil der Weihnachtszeit beschließen werden.

Die Erholung der Wirtschaft von den Restriktionen im ersten Halbjahr bot nur eine kurze Pause. Der private Konsum stieg laut einem separaten Bericht im dritten Quartal um 10,8%, die Investitionen nahmen um 3,6% zu. Die Wirtschaft wuchs um 8,5%, nach einem Einbruch von fast 10% in den drei Monaten bis Juni.

Vor dem Hintergrund der neuen Beschränkungen erwarten Ökonomen, dass die Wirtschaft im laufenden Quartal stagniert. Die Bundesbank sieht sogar die Gefahr eines Rückgangs. Die Beschränkungen sind stärker fokussiert als während der ersten Corona-Welle, aber die Exporte leiden unter einem Wiederaufleben des Virus in ganz Europa.

Überschrift des Artikels im Original:Germany’s Business Outlook Worsens After Short-Lived Rebound

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