In Deutschlands einzigem Damenfreibad gibt es jetzt männliche Bademeister

Im Lorettobad sind Frauen unter sich. (Bild: ddp Images)

Keine nervigen Blicke. Kein Schaulaufen. Keine Kommentare. Seit 1886 schon können Frauen im Lorettobad in Freiburg im Breisgau ohne Männer plantschen, schwimmen und sich sonnen. In Deutschlands erstem und einzigem Damenfreibad ist Frau eigentlich unter sich. Bis jetzt.

Seit der aktuellen Sommerbad-Saison hat sich das geändert. Ab 2017 sind auch männliche Bademeister als Aufsicht zugelassen. Und das gefällt den weiblichen Stammgästen so gar nicht. Mit einer Online-Petition versuchen die Damen nun, das männliche Personal wieder durch Frauen zu ersetzen.

Man wolle sich mit der Online-Unterschriftensammlung gegen die Entscheidung aussprechen, leicht bekleidete Frauen in einem eigentlich geschützten Raum dennoch den Blicken von Männern auszusetzen, so heißt es darin. Und weiter: Es „widerspreche dem Konzept des Damenbades”.

Die Badleitung hatte mit der Einführung männlicher Bademeister auf Zwistigkeiten unter den Frauen und die wiederkehrende Überfüllung reagiert. Die Regelung der wiederholten Unstimmigkeiten zwischen den weiblichen Badegästen sollten ab jetzt von Männern beigelegt werden.

Bademeister sollen im Lorettobad für Ordnung sorgen. (Bild: ddp Images)

In der Petition heißt es, dass mit der Neuregelung diejenigen Frauen, die wegen Gewalterfahrungen von Männern getrennt baden möchten oder muslimische Frauen, die sich aufgrund ihres Glaubens nicht unverhüllt vor Männern zeigen können, übergangen werden.

Nach drei Tagen verzeichnet die Petition bis zum jetzigen Zeitpunkt mehr als 350 Unterstützer. 2000 benötigen die Kritiker allerdings, um eine Stellungnahme der zuständigen gewählten Vertreter einfordern zu können. Dazu haben die betreffenden Frauen noch bis zum 17. August Zeit.

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