Deutschland wählt einen neuen Bundestag

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Stimmabgabe in Bayrischzell

Deutschland wählt einen neuen Bundestag: In den 299 Wahlkreisen öffneten am Morgen um 08.00 Uhr die Wahllokale. Rund 61,5 Millionen Deutsche sind bis 18.00 Uhr zur Stimmabgabe aufgerufen. Erste Prognosen zum Wahlausgang werden unmittelbar im Anschluss erwartet.

Die Union von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lag in letzten Umfragen deutlich vor der SPD von Herausforderer Martin Schulz. Allerdings müssen CDU und CSU mit Einbußen im Vergleich zu ihrem Ergebnis von 41,5 Prozent vor vier Jahren rechnen. Den Sozialdemokraten könnte drohen, noch unter ihr bisher schlechtestes Ergebnis von 23,0 Prozent bei der Wahl 2009 zu rutschen.

Erstmals ins Parlament einziehen dürfte die AfD, die FDP steht nach vier Jahren Abwesenheit vor der Rückkehr in den Bundestag. Auch Linkspartei und Grüne können den Umfragen zufolge damit rechnen, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen.

Alle vier kleineren Parteien machen sich Hoffnungen, drittstärkste Kraft zu werden. Für eine Regierungsbildung nach der Wahl erwarteten Meinungsforscher zuletzt nur Mehrheiten für eine erneute große Koalition von CDU/CSU und SPD oder ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen.

Merkel will ihre Stimme gegen 14.30 Uhr in einem Wahllokal in Berlin abgeben. Schulz wählt gegen 10.00 Uhr in seiner nordrhein-westfälischen Heimatstadt Würselen. Die Stimmabgabe von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist für 11.00 Uhr in Berlin geplant, im Anschluss will das Staatsoberhaupt gemeinsam mit Bundeswahlleiter Dieter Sarreither Wahlhelfern danken.

Insgesamt stehen 42 Parteien zur Wahl - so viele wie nie seit der Wiedervereinigung. Mit Spannung erwartet wird auch, ob die Zahl der Nichtwähler auf dem historisch hohen Niveau bleibt. Bei der Bundestagswahl 2009 war die Wahlbeteiligung mit 70,8 Prozent auf den niedrigsten Stand in der Geschichte der Bundesrepublik gefallen, vier Jahre später lag sie mit 71,5 Prozent nur leicht darüber.