Deutschland und Schweden protestieren gegen Inhaftierungen in der Türkei

Deutschland und Schweden haben gemeinsam in der Türkei gegen die dortige Inhaftierung ihrer Staatsbürger protestiert. Es habe am Mittwochmorgen "eine gemeinsame Demarche mit unseren Kollegen aus Schweden" gegeben, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Als Demarche wird ein politischer Akt bezeichnet, der im persönlichen Gespräch ein Anliegen verdeutlichen soll. Grundsätzlich ist die türkische Seite gehalten, darauf nun zu antworten.

Die beiden Länder reagierten mit dem Schritt erneut auf die Inhaftierung des Deutschen Peter Steudtner und des schwedischen Staatsbürgers Ali Gharavi. Sie sitzen mit weiteren Amnesty-International-Aktivisten wegen angeblicher Terrorunterstützung in türkischer Untersuchungshaft.

Der Sprecher des Auswärtigen Amts kritisierte die Inhaftierung erneut scharf. Es sei "schwer bis gar nicht erträglich", dass Steudtner ohne genaue Angabe der Vorwürfe in Untersuchungshaft sitze. Zudem seien Auszüge aus der Vernehmung nun "in die Öffentlichkeit gezerrt worden". Der Ministeriumssprecher beklagte "Vorverurteilungen" von türkischer Seite, die "in sich total widersprüchlich" seien.

Steudtner war zusammen mit Aktivisten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International Anfang Juli festgenommen worden. Sie hatten in der Türkei an einem Seminar teilgenommen, bei dem Steudtner und sein schwedischer Kollege die Trainer waren.