Deutschland liefert Terrorverdächtigen nach Frankreich aus

Deutschland hat einen mutmaßlichen Dschihadisten nach Frankreich ausgeliefert, der möglicherweise an der Planung des Anschlags auf den Thalys-Schnellzug von Amsterdam nach Paris beteiligt war. Der marokkanische Staatsbürger Redouane S. sei am Donnerstag vergangener Woche an Frankreich überstellt und dort von der Justiz wegen "Mitwirkung an versuchtem terroristischen Mord" formell beschuldigt worden, verlautete am Freitag aus der französischen Justiz.

S. war den Angaben zufolge im Dezember 2016 in Deutschland in Gewahrsam genommen worden, im Juli habe Frankreich dann seine Auslieferung beantragt. Der Marrokaner Ayoub El Khazzani hatte im August 2015 in einem Thalys-Zug um sich geschossen und zwei Menschen verletzt. Zwei zufällig mitreisende US-Soldaten überwältigten ihn, dadurch wurde wahrscheinlich ein schlimmeres Blutbad verhindert.

Khazzani sagte bei seinen Vernehmungen in Frankreich aus, er habe das Attentat auf Anweisung des Dschihadisten Abdelhamid Abaaoud begangen; Abaaoud gilt auch als Drahtzieher der Attentatsserie, bei der vor zwei Jahren in Paris 130 Menschen getötet wurden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der nun ausgelieferte S. zum engen Kreis um Abaaoud zählte, der kurz nach den Pariser Anschlägen von der französischen Polizei getötet wurde. Beide seien mehrfach zusammen in Europa gereist, verlautete aus der Justiz.