In Deutschland leben mehr als zehn Millionen Ausländer

Rund zehn Millionen Ausländer leben in Deutschland

Die Zahl der in Deutschland gemeldeten Ausländer nimmt weiter zu: Zum Jahresende 2016 waren im Ausländerzentralregister (AZR) gut zehn Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit erfasst, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Dies war die höchste jemals registrierte Zahl seit Einrichtung des AZR im Jahr 1967. Das Durchschnittsalter der ausländischen Bürger sank auf unter 38 Jahre.

In den Jahren 2015 und 2016 nahm die Zahl der Ausländer den Angaben zufolge um knapp 1,9 Millionen Menschen zu - ein Anstieg um 23,1 Prozent. Netto wanderten im Jahr 2015, als die Flüchtlingskrise auf ihrem Höhepunkt war, gut 1,5 Millionen Menschen zu. Im Jahr 2016 wurden netto gut 480.000 Zuwanderer registriert.

Der Saldo aus Geburten und Sterbefällen in der ausländischen Bevölkerung belief sich laut Statistik 2015 und 2016 auf fast 100.000 Menschen. Seit Anfang 2015 wurden zudem knapp 230.000 Menschen nach ihrer Einbürgerung in Deutschland aus dem AZR gelöscht.

Den Statistikern zufolge war die ausländische Bevölkerung 2016 durchschnittlich 37 Jahre und sieben Monate alt - zwei Jahre zuvor hatte das Durchschnittsalter mit 39 Jahren und elf Monaten noch deutlich höher gelegen. Gleiches gilt für die Durchschnittsdauer des bisherigen Aufenthalts in Deutschland: Sie sank von 17 Jahren und sieben Monaten vor zwei Jahren auf nunmehr 15 Jahre und fünf Monate.

Vor dem Hintergrund der Zuwanderung in den beiden vergangenen Jahren stieg der Anteil der Männer an der ausländischen Bevölkerung seit Anfang 2015 von 51,5 Prozent auf 54,1 Prozent, der Anteil der Ledigen einschließlich Kinder von 40,4 Prozent auf 42,8 Prozent. Umgekehrt ging der Anteil der Verheirateten von 45,4 Prozent auf 42,7 Prozent zurück.

Die regionale Verteilung blieb dagegen weitgehend unverändert: Wie in den zehn Jahren zuvor lebten auch 2016 die meisten Ausländer in Nordrhein-Westfalen (gut 2,5 Millionen), die wenigsten in Mecklenburg-Vorpommern (69.000) und Thüringen (91.300). Lediglich auf den Plätzen zwei und drei gab es nach 2013 einen Wechsel: Nunmehr liegt Bayern vor Baden-Württemberg.