Deutschland: Hunderte Frauen erfahren jährlich Gewalt bei der Geburt

Franziska Kiefl

Im Video oben: so lange hat ein Mann die Schmerzen der Geburt ausgehalten

“Ich konnte kaum noch auf den Beinen stehen und kam mir vor wie in einem Horrorstreifen. [...] Meine Hebamme sagte dann, wir müssten jetzt endlich mal voranmachen, und kündigte erneut eine vaginale Untersuchung an, die etwas wehtun könne.

Sie fuhr mit den Fingern in mich rein, und ein stechender Schmerz fuhr mir vom Unterleib bis hoch in den Kopf. Ich schrie und heulte, und sie schrie auch: ‘Hör jetzt auf mit deinem Theater!’ Sie hat mir den Muttermund mit den Fingern geöffnet, ohne Betäubung …”

Tränen, Schmerzen, Angst – so erlebte Nina, eine Mutter aus dem Saarland, die Geburt ihrer Tochter Verena. Von ihren Ärzten und Hebammen erfuhr sie physische und verbale Gewalt.

Die Folge: “Eine schleichende Depression, voll mit Selbstvorwürfen und körperlichen Beschwerden wie Neurodermitis und Verdauungsproblemen. Nach einem Dreivierteljahr war ich so weit, dass ich mich selbst in die Klinik einwies, wo ich stationär eine Therapie machte.”

Ihre Erfahrungen schildert sie im Buch “Gewalt unter der Geburt” von Christina Mundlos.

Doch Nina ist nicht die einzige Mutter, die das erleben musste.

Ein Drittel aller Mütter könnte betroffen sein

► “Es gibt internationale Studien, die zeigen, dass ungefähr ein Drittel der Mütter Gewalterfahrungen bei der Geburt gemacht haben. Das geht von sehr negativen Geburtserlebnissen bis hin zu starken Traumatisierungen”, sagt  Katharina Hartmann der HuffPost.

Hartmann ist Aktivistin, Mutter Frontfrau der Stiftung “Human Rights in Childbirth” in Deutschland, die sich für Frauen stark macht, die während...

Weiterlesen auf HuffPost