Deutschland: Großhandelspreise steigen so stark wie seit 47 Jahren nicht

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WIESBADEN (dpa-AFX) - Der bereits hohe Preisauftrieb in Deutschland zieht weiter an. Im Oktober stiegen die Großhandelspreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit dem Jahr 1974. Bereits in den Vormonaten waren ungewöhnlich hohe Preisanstiege zu verzeichnen gewesen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Großhandelspreise um 1,6 Prozent.

Der hohe Anstieg sei durch stark gestiegene Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte zu erklärten, erklärten die Statistiker. Mineralölerzeugnisse waren 54,7 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Erze und Metalle verteuerten sich um 60,9 Prozent, Holz war 48,4 Prozent teurer. Die Preisanstieg sind überwiegend Folgewirkungen der Corona-Pandemie, die zu Störungen im Welthandel geführt hat.

Der Großhandel ist eine von mehreren Wirtschaftsebenen, auf denen sich das allgemeine Preisniveau bildet. Neben dem Großhandel zählen dazu die Preise für nach Deutschland eingeführte Güter und die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, die Erzeugerpreise. Sie alle wirken auf die Verbraucherpreise, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet. In Deutschland waren die Verbraucherpreise zuletzt mit 4,5 Prozent so stark gestiegen wie seit dem Jahr 1993 nicht mehr.

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