Deutschland: Großhandelspreise mit stärkstem Anstieg seit 1974

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WIESBADEN (dpa-AFX) - Der Preisauftrieb in Deutschland bleibt hoch. Im August stiegen die Großhandelspreise gegenüber dem Vorjahr um 12,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das war der stärkste Anstieg seit Oktober 1974, als die Großhandelspreise im Zuge der ersten Ölkrise noch etwas stärker gestiegen waren. Im Juli 2021 hatte der Anstieg 11,3 Prozent und im Juni 10,7 Prozent betragen.

Die Statistiker nennen zwei Gründe für den hohen Preisauftrieb auf Großhandelsebene. Zum einen steigen die Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte derzeit stark an. Dieser Effekt geht zurück auf zahlreiche Lieferschwierigkeiten im Welthandel, die überwiegend mit der Corona-Pandemie in Verbindung stehen. Zum anderen verweist das Bundesamt auf einen statistischen Basiseffekt durch das sehr niedrige Preisniveau vor einem Jahr. Dies ist eine Folge des schweren konjunkturellen Corona-Einbruchs.

Der Großhandel ist eine von mehreren Ebenen in Deutschland, auf denen sich das allgemeine Preisniveau bildet. Hinzu kommen etwa die Preise für nach Deutschland eingeführte Güter und die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten. Sie alle wirken auf die Verbraucherpreise ein, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet. In Deutschland waren die Verbraucherpreise zuletzt so stark gestiegen wie seit knapp 28 Jahren nicht mehr.

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