Deutschland für weiteres Schuldenmoratorium für ärmste Länder

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BERLIN (dpa-AFX) - Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will sich bei den führenden Wirtschaftsnationen für eine Verlängerung des Schuldenmoratoriums für die ärmsten Länder der Welt einsetzen. Sie sollten angesichts der anhaltenden Corona-Krise einen weiteren Aufschub für Zins- und Tilgungszahlungen bis Jahresende bekommen, sagte der Vizekanzler am Dienstag vor dem virtuellen Treffen der G20-Finanzminister. Das soll ihnen mehr Spielraum für Investitionen zur Bekämpfung der Pandemie geben.

Wichtig bleibe aber vor allem eine nachhaltigere Schuldenentlastung dieser Länder, betonte Scholz. Aus dem Finanzministerium hieß es, auch private Gläubiger müssten dabei stärker einbezogen werden.

Deutschland unterstützt zugleich die geplante Kapitalspritze für den Internationalen Währungsfonds (IWF) im Umfang von 650 Milliarden Dollar. "Das ist eine angemessene Hausnummer", hieß es in Regierungskreisen. Derzeit rechne man damit, dass das Geld ab August fließen könne. 42 Prozent der Mittel dürften an besonders arme Länder gehen. Bislang unterstützte der IWF in der Corona-Krise 86 Länder. Mit viel Liquidität seien "viele Brände auf der Welt gelöscht" worden, hieß es.

Die Entwicklungsorganisation One forderte sowohl eine Verlängerung des Schuldenmoratoriums als auch die Kapitalspritze für den IWF. "Beide Maßnahmen tragen dazu bei, die Liquiditätskrise insbesondere in den ärmeren Ländern der Welt zu mildern", erklärte die Organisation. "Die freiwerdenden Mittel können diese Länder dann nutzen, um sich gegen die wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Folgen der Corona-Pandemie zu stemmen." Die G20 seien in der Pflicht, mutig zu handeln, damit alle Länder durch die Krise kämen.