Deutschland: Einfuhrpreise steigen schwächer - Preisauftrieb aber weiter hoch

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Preise von nach Deutschland importierten Gütern sind im Juni zum zweiten Mal hintereinander schwächer gestiegen, der Preisauftrieb bleibt jedoch sehr hoch. Die Einfuhrpreise erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 29,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im April waren sie um 31,7 Prozent gestiegen, das war der stärkste Zuwachs seit 1974 gewesen. Im Mai hatte sich die Rate leicht auf 30,6 Prozent abgeschwächt.

Nach wie vor steigen die Energiepreise besonders stark. Importierte Energie war im Mai 136 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Hauptgrund sind stark steigende Erdgaspreise, die fast dreimal so hoch liegen wie vor einem Jahr. Importierte Steinkohle war rund 273 Prozent teurer, Mineralölerzeugnisse kosteten gut 109 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch die Preise für Erdöl stiegen mit rund 85 Prozent erneut stark an. Viele Vorleistungsgüter verteuerten sich ebenfalls kräftig.

Die Einfuhrpreise stellen eine von mehreren Preisstufen dar, die auf die Verbraucherpreise wirken. An letzteren richtet die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik aus. Wegen der hohen Inflation hob die EZB ihre Leitzinsen im Juli erstmals seit elf Jahren an. Sie folgt anderen Notenbanken, die ihre Geldpolitik meist deutlich früher gestrafft haben.

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