Deutschland: Babyboom hält an

In Deutschland hält der Geburtenanstieg an. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, ist die Geburtenziffer so hoch wie seit 45 Jahren nicht mehr. Demnach brachte eine Frau in Deutschland 2016 im Durchschnitt 1,59 Kinder zur Welt. Mit 792.131 Kindern wurden sieben Prozent mehr Babys als 2015 geboren. Damit stieg die Anzahl der Neugeborenen das fünfte Jahr in Folge und erreichte das Niveau von 1996.

Einwanderinnen haben einen wesentlichen Anteil am Geburtenanstieg: Mütter mit ausländischer Staatsangehörigkeit brachten 2016 laut Statistik 184.660 Kinder zur Welt, das waren etwa 23 Prozent der Neugeborenen. Im Vergleich zu 2015 stieg ihr Anteil um 25 Prozent. Deutsche Mütter bekamen drei Prozent mehr Babys als im Vorjahr.

Die positive Entwicklung führt das Statistische Bundesamt vor allem darauf zurück, dass Frauen im Alter zwischen 30 und 37 Jahren häufiger Kinder bekommen. Darauf hätten "günstige familienpolitische und wirtschaftliche Bedingungen" einen Einfluss, so eine Sprecherin. Hinzu komme, dass es aktuell mehr potenzielle Mütter in diesem wichtigen gebärfähigen Alter gäbe.

Der Geburtenanstieg gilt für alle Bundesländer, allerdings ist der Unterschied zwischen alten und neuen Bundesländern hoch. In den westlichen Flächenländern und in den Stadtstaaten stieg die Geborenenzahl durchschnittlich um 8 %, während sie in den ostdeutschen Flächenländern mit + 4 % etwas schwächer zunahm.

Die deutsche Geburtenrate liegt im europäischen Mittelfeld - deutlich hinter Frankreich mit einer Geburtenziffer von 1,92, aber auch klar vor Italien und Spanien mit einer Geburtenziffer von je 1,34 Kindern pro Frau.