Deutsches Start-up greift den Bitcoin an


Der weltweit drittgrößte virtuelle Börsengang könnte noch in diesem Jahr stattfinden – und die Teilhaber einer deutschen Firma sehr reich machen. Das Finanztechnologie-Start-up Naga will mit seinem ICO („Initial Coin Offering“) bis zu 220 Millionen Dollar einnehmen. Noch größer waren laut der Branchenseite Coinschedule nur die Krypto-Börsengänge von Filecoin (257 Millionen Dollar) und Tezos (232 Millionen Dollar).

In einer Adhoc-Mitteilung vom Donnerstag skizzieren die Hamburger ihre geplante Digitalwährung, den Naga-Coin. Dieser soll „innerhalb der NAGA Gruppe als Rechnungseinheit akzeptiert und nach Abschluss des Token-Sale weltweit an Kryptobörsen gehandelt werden.“ Ein digitaler Geldbeutel, die Naga-Wallet, soll es Nutzern ermöglichen, Euro, Dollar sowie andere Kryptowährungen in Naga-Coins umzuwandeln „und in allen Plattformen der Gesellschaft zu verwenden“. Ziel sei schließlich, eine eigene Krypto-Börse zu entwickeln, „und so eine Plattform für den Austausch von virtuellen Gütern, Aktien“, Differenzkontrakten und vielem mehr anzubieten.

Naga verspricht also nicht weniger, als den Platzhirschen Bitcoin, Ethereum und Co. Konkurrenz zu machen – und die neue Währung nicht nur für eigene Produkte zu akzeptieren, sondern gleich der ganzen Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Eines kann man den Hamburger damit nicht unterstellen: bescheidene Ambitionen. Das nötige Geld soll nun der Krypto-Börsengang einbringen.


Bei einem ICO geben digitale Start-ups ihren Anlegern keine Aktien aus, sondern lediglich Gutscheine („Token“), die eine Beteiligung an möglichen künftigen Gewinnen oder einen Zugang zum geplanten Service versprechen. Viele Start-ups besitzen kein funktionierendes Geschäftsmodell, sondern nur eine 20 bis 30 Seiten lange Ideensammlung, „White Paper“ genannt. Diese behandeln meist bessere Handels- und Investmentsysteme für Digitalwährungen. Gab es laut der Branchenseite Coinschedule 2016 ganze 46 ICOs, liegt die Zahl dieses Jahr schon bei 202, wobei über drei Milliarden Dollar eingesammelt wurden. Mehr als 360 ICOs sind in Planung.

Die Naga Group ist keine Unbekannte auf dem deutschen Markt. Im Juli 2017 ist sie an die Börse gegangen. Das Unternehmen war der dritte Börsengang in Scale, dem neuen Einstiegssegment der Deutschen Börse. Den Ausgabepreis von 2,60 Euro je Aktie hat Naga inzwischen weit hinter sich gelassen, das Papier notierte am Freitag bei über zehn Euro. Insgesamt ist das Unternehmen an der Börse derzeit gut 200 Millionen Euro wert.


Naga betreibt das Geschäft mit hochspekulativen Differenzkontrakten, ein Social-Trading-Netzwerk und eine in Kooperation mit der Deutschen Börse geplante Handelsplattform für virtuelle Gegenstände aus Computerspielen. Diese soll noch im laufenden Geschäftsjahr starten. Im ersten Halbjahr 2017 lagen die Umsätze aber gerade einmal bei 3,7 Millionen Euro, unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 3,9 Millionen Euro. Naga-Vorstand und Mitgründer Yasin Sebastian Qureshi ist kein Unbekannter in der Finanzszene: 1995 hatte er die Varengold-Bank gegründet, die er 2015 verließ.

Professor Philipp Sandner, Leiter des Blockchain Center der Frankfurt School of Finance and Management, hält Naga für ein „faszinierendes, innovatives Fintech“. Es befinde sich noch in einer frühen Phase des Unternehmensaufbaus; in dieser seien fehlende Gewinne und eine begrenzte Zahl an finalen Produkten der Normalfall. Insbesondere die Tatsache, dass sich der prominente chinesische Finanzinvestor Fosun an Naga beteiligt hat, spricht laut Sandner dafür, das Hamburger Start-up ernstzunehmen.


Den Plan, nun bis zu 220 Millionen Dollar per Krypto-Börsengang einzunehmen, sieht der Blockchain-Forscher allerdings kritisch. „Der Markt für ICOs ist nach wie vor unreguliert und gleicht dem Wilden Westen. Das ändert sich jedoch so langsam.“ Tatsächlich sind Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt aufgewacht und erhöhen oder präzisieren die Regulierungsanforderungen. Eine Vorgabe ist dabei besonders problematisch: das „Know your customer“-Prinzip, das von Investoren detaillierte Informationen über ihre Identität und ihren Hintergrund einfordert. Es dient zwar dem Kampf gegen Geldwäsche, erschwert aber ICOs wie auch klassische Crowdfunding-Kampagnen.

Vor diesem Hintergrund hält Sandner die Ankündigung eines 220-Millionen-Dollar-ICOs für riskant. Schließlich wisse niemand, wie sich die Regulierung in den kommenden Monaten in Deutschland, aber auch international, entwickele. „Es wird sehr schwierig sein, so viel Geld bei den Anlegern einzuwerben. Naga müsste eine besonders gute Geschichte präsentieren, ein überzeugendes Geschäftskonzept“, sagt Sandner.



Spekulative Aktie – Embryonale Ideen


Ob Naga die richtigen Ideen hat, darüber scheiden sich die Geister. An der Börse gilt die Naga-Aktie als sehr spekulativer Nebenwert. Die Kursschwankungen sind teils enorm. Bereits wenige Tage nach dem Börsengang kletterte die Aktie auf rund 16 Euro, fiel zwischenzeitlich aber wieder auf eine recht enge Handelsspanne zwischen vier bis fünf Euro zurück, bis sie wieder auf ihre jetzigen Werte anstieg.

Die Schwankungen lassen sich einerseits damit erklären, dass sich relativ wenige Aktien im Streubesitz befinden. Unmittelbar nach dem Börsengang lag dieser bei gut fünf Prozent. Die größten Aktionäre sind Naga-Vorstand Qureshi, der über diverse Gesellschaften beteiligt ist, sowie der chinesische Investor Fosun. Andererseits ist auch das Geschäftsmodell des jungen Finanztechnologie-Unternehmens für Anleger nicht so einfach zu verstehen.

Zwar gelten im Kryptowährungs-Bereich andere Regeln als an der Börse: Viele Investoren sind risikobereiter, investieren aus Spekulationslust selbst in embryonale Geschäftsmodelle. Doch selbst Szene-Insider halten die Versprechungen, die Naga auf seiner Homepage macht, für recht wolkig. Von den angepriesenen Produkten ist lediglich eines am Markt, eine Social-Trading-App namens „SwipeStox“. Zwei weitere Produkte befinden sich noch in der Planungsphase. Und das Flaggschiff, die Onlinebörse „Switex“, an der sich zuletzt die Deutsche Börse AG beteiligt hat, wird noch entwickelt.


Switex soll einen Marktplatz für virtuelle Güter schaffen, eine Börse für Spielgeld, Waffen und Ausrüstung aus Videospielen. Der Markt wächst rasant, immer mehr Spielehersteller setzen auf kostenpflichtige Zusatzinhalte. Ob eine unabhängige Börse für diese virtuellen Güter allerdings dauerhaft erfolgreich sein kann, ist umstritten.

Der Kieler Kryptowährungs-Investor Darius Karampoor hat selbst eine solche Börse mitgegründet – und kennt die Probleme mit dem Geschäftsmodell: „Es ist eine rechtliche Grauzone, da es kein Gesetz gibt, das den Handel verbietet. Die Hersteller untersagen den Handel mit virtuellen Online-Gütern aber immer öfter in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.“ In der Folge sperrten die Hersteller einfach Accounts von Spielern, die solche Güter ge- oder verkauft haben. Das bedrohe das Geschäftsmodell der Anbieter, erklärt Karampoor. Seine eigene Börse, vgo-shop.com, habe vor zwei Monaten aus diesem Grund etwa virtuelle Güter des Videospiels „Fifa 18“ aus dem Handel genommen.


Glaubt man den Ankündigungen, dann denken die Konkurrenten bei der Naga Group schon weiter. Statt einzelne Marktplätze oder Apps zu betreiben, soll mit dem ICO ein ganzes Ökosystem rund um die neu geschaffene Kryptowährung entstehen. Das könnte angenehme Nebeneffekte haben. Bei anderen ICOs haben sich die Erfinder große Tranchen gesichert – und ordentlich Kasse gemacht. Ob das auch bei Naga so sein wird, ist unklar.

Befürworter verteidigen die virtuellen Börsengängen als eine neue Form der Graswurzel-Finanzierung für junge Start-ups, die den üblichen, teuren Weg über Banken und Börsen umgehen. Kritiker befürchten eine gigantische neue Blase. Angesichts des rasanten ICO-Wachstums warnen Verbraucherschützer vor unbedachten Investments. „Anleger sollten nüchtern bleiben und sich von den fabelhaften Versprechungen der Anbieter nicht leiten lassen“, mahnt etwa Thomas Beutler, Finanzexperte der saarländischen Verbraucherzentrale. Für Emittenten sei ein Krypto-Börsengang attraktiv, schließlich verspreche er leichtes Geld. Anleger sollten aber genau hinschauen: „Nicht immer ist die notwendige Transparenz gegeben.“ Der deutsche Markt sei schlicht noch unreguliert.

So bleibt bei den meisten ICOs etwa die Frage unbeantwortet, welche genauen Ansprüche die Token-Käufer erwerben – und wann sie welche Gegenleistung für ihr Geld erhalten. Spekulationsfreudigen Privatanlegern empfiehlt Beutler, wenn überhaupt nur geringfügige Anteile des eigenen Vermögens in Krypto-Anlagen zu investieren. „Das Risiko eines Totalverlusts ist nicht auszuschließen.“

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Das Krypto-ABC

Bitcoins

Bitcoins sind eine elektronische Währung, manchmal auch Kryptowährung genannt. Sie basiert auf einer Blockchain. Die Identität des Gründers, Satoshi Nakamoto, ist unbekannt.

Blockchain

Blockchains sind elektronische Buchhaltungen, die jedem Nutzer dezentral in identischer Form zur Verfügung stehen.

DAO

DAO steht für "Digitale autonome Organisation". Das Unternehmen existiert virtuell, und die Eigentümer lenken es durch elektronische Entscheidungsprozesse.

Ethereum

Ethereum ist ein Projekt, das dem der Bitcoins ähnelt. Die zugehörige Währung heißt Ether. Die zentrale Gründerfigur ist der russischstämmige Kanadier Vitalik Buterin. Eine besondere Rolle spielen dabei Smart Contracts.

ICO

ICO steht für Initial Coin Offering. Dabei sammeln Unternehmen Geld für Projekte ein, häufig in Form von Bitcoins. Im Gegenzug erhalten die Investoren Token. Manchmal handelt es sich bei den Unternehmen um DAOs.

Kryptowährungen

Kryptowährungen oder Digital Assets sind Zahlungsmittel, die allein auf einer Software basieren. Durch elektronische Verschlüsselung wird sichergestellt, dass die Einheiten oder Coins nur dem jeweiligen Besitzer zur Verfügung stehen.

Ripple

Ripple ist eine Alternative zu Bitcoins, die für den Zahlungsverkehr unter Banken gegründet wurde. Die zugehörige Währung heißt XRP. Das wichtigste Unternehmen ist Ripple-Lab.

Smart Contracts

Smart Contracts bewirken automatisch Vorgänge, etwa Zahlungen, bei Erfüllung bestimmter Bedingungen.

Token

Token funktionieren bei ICOs ähnlich wie Bitcoins. Es handelt sich aber nicht um allgemein gängige Zahlungsmittel. Die Token sollen den Investoren die Teilnahme an dem Projekt garantieren, das mit ihrem Geld realisiert wird.

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Die wichtigsten Antworten zum Bitcoin

Was sind Bitcoins?

Bitcoins sind eine digitale Währung, deren Idee 2008 vorgestellt wurde. Die Bitcoins werden in komplizierten Rechenprozessen erzeugt, das kostet viel Zeit und Rechenleistung, wodurch eine Inflation verhindert werden soll. Auf Plattformen im Internet werden die Bitcoins gegen klassische Währungen gehandelt. Damit soll ein Geldsystem ermöglicht werden, das unabhängig von Staaten und Banken funktioniert sowie Transaktionen beschleunigt und Kosten minimiert.

Verbreitung

Pro Tag werden der Bundesbank zufolge auf der ganzen Welt 350.000 Transaktionen mit dem digitalen Tauschmittel getätigt, verglichen mit 77 Millionen Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen allein in Deutschland. Vor allem die Bitcoins haben sich über die USA hinaus zu beliebten Spekulationsobjekten mit starken Kursschwankungen entwickelt, außerdem zu einer Art Alternativwährung in Ländern mit Kapitalverkehrskontrollen. So ballt sich ein Großteil des Handels in China.

Vorteil 1

Durch Bitcoins sollen die Gebühren von Finanztransaktionen radikal absinken: Während man für eine Auslandsüberweisung über ein traditionelles Kreditinstitut schnell einen zweistelligen Euro-Betrag zahlt, ist die Gebühr für eine Bitcoin-Transaktion gering, liegt teilweise im Cent-Bereich. Zudem dauert die Transaktion meist nur Minuten, ganz egal wie groß die geografische Distanz zweier Konten zueinander ist.

Vorteil 2

Die Digitalwährung wird "peer-to-peer" gehandelt, also direkt zwischen Nutzern ohne die Hilfe von Banken. Möglich macht dies die Nutzung der Blockchain-Technik: Innerhalb des Systems werden alle Transaktionen vielfach und dezentral (und damit dauerhaft nachvollziehbar) gespeichert. Dies könnte nicht nur Währungstransaktionen ohne Zwischeninstanz ermöglichen, sondern zum Beispiel auch Immobiliengeschäfte - die Rolle des Notars übernimmt dann das Blockchain-System. Ihr Konzept hat der bis heute unbekannte Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto in seinem berühmten "White Paper", dem Gründungsdokument der Community, 2008 beschrieben. Bitcoins funktionieren außerdem "permissionless", können also ohne Erlaubnis durch eine technische Aufsichtsbehörde benutzt werden. Die Internetwährung ist zudem "trustless": Anleger müssen keiner externen Partei vertrauen, etwa auf die Autorität staatlicher Aufsichtsbehörden oder Zentralbanken, um Bitcoins nutzen zu können.

in seinem berühmten "White Paper", dem Gründungsdokument der Community

Nachteil 1

Hauptproblem für die Nutzer dürfte die starke Volatilität sein: Tatsächlich gab es seit 2014 mehrere markante Einbrüche. Im Januar war der Kurs noch unter die Marke von 800 Dollar gerutscht, auch im März hatte es einen größeren Rückschlag gegeben. Wie volatil der Kurs auf lange Sicht ist, zeigt ein Blick auf den Wertverlauf: Nach einem ersten Höchststand bei über 1.200 Dollar Ende 2013 ging es für Bitcoin-Besitzer vor allem bergab. Erst seit Ende 2015 steigt der Kurs tendenziell wieder, weist aber hohe Ausschläge nach oben und unten auf. Ein weiteres Problem: Bitcoins sehen sich harscher Kritik der Aufsichtsbehörden ausgesetzt. Kritiker monieren, dass die Digitalwährung wegen der schwer nachvollziehbaren Zahlungswege auch für kriminelle Zwecke verwendet werden kann. Die Bundesbank hatte unlängst Sparer vor Geldanlagen in der Digitalwährung gewarnt. Der Bitcoin sei "ein Spekulationsobjekt", dessen Wert sich rapide verändere, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. "Aus unserer Sicht ist der Bitcoin kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren."

Nachteil 2

Absolute Sicherheit gibt es nicht, wie die Angreifbarkeit digitaler Währungen zeigt. So gab es in der Vergangenheit zahlreiche Hackerangriffe auf große Krypto-Tauschbörsen wie MtGox oder BitFinex, bei denen Nutzer Geld verloren haben. Und innerhalb der Bitcoin-Gemeinde schwelt ein Streit über die Herstellungsrechte. Auf unbedarfte Benutzer, auf die die eingeschworene Bitcoin-Gemeinschaft eher abschätzig herabblickt, lauert eine weitere Gefahr: Digitalwährungen, die sich zwar begrifflich an die Bitcoin-Währung anlehnen, hinter denen aber ein betrügerisches System steckt. Der bekannteste Fall ist der der sogenannten Onecoins. Onecoins waren nur über eine zentrale Plattform zu erwerben und auf zentralen Servern gespeichert, Nutzer somit voll dem Betreiber ausgeliefert - für die Bitcoin-Gemeinde, die sich in Online-Foren wie Reddit austauscht, klare Anzeichen für ein Betrugssystem. Inzwischen ermitteln die Behörden.

Streit über die Herstellungsrechte

die sich in Online-Foren wie Reddit austauscht

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Kurz & knapp erklärt: Blockchain

Was ist die Blockchain?

Der Begriff Blockchain beschreibt eine dezentrale Datenbank, bei der jeder User, der Teil dieses Blockchain-Netzwerkes ist, die gesamte Datenbank mit sämtlichen Informationsketten oder Ausschnitte davon besitzt. Die Blockchain funktioniert wie eine Art öffentliches Grundbuch oder ein digitaler Kontoauszug für Transaktionen zwischen Computern. Sie ist die technologische Basis für Kryptowährungen wie zum Beispiel Bitcoins.

Wie funktioniert die Blockchain?

Dadurch, dass alle Teilnehmer des Netzwerks eine vollständige Kopie bzw. einen Ausschnitt der kompletten Blockchain besitzen, können sie selbst prüfen, ob alle an einer Transaktion beteiligten Parteien mit derselben Version der Blockchain arbeiten. Eine externe und zentrale Aufsichtsinstanz, die Transaktionen prüft, wird dadurch überflüssig. Daraus ergibt sich allerdings die Herausforderung für alle Beteiligten, stets eine gemeinsame Datengrundlage zu schaffen. Dazu wird ein Konsensalgorithmus verwendet. In der Blockchain einigen sich die Netzwerkteilnehmer immer auf die längste verfügbare Block-Kette.

Welche Branchen profitieren von der Blockchain?

Die Bankenbranche beispielsweise nutzt Blockchains intensiv - und kann durch die neue Technik Finanztransaktionen schneller, billiger und sicherer durchführen. Vermittler wie Swift-Plattformen und Clearinghäuser, die für ihre Dienste eine Gebühr berechnen, könnten durch Blockchains perspektivisch ersetzt werden. Auch Wirtschaftsprüfer setzen auf die Blockchain, wenn es um die Automatisierung von Buchprüfungen geht.

Wo kommen Blockchains noch zum Einsatz?

Blockchains sind vielfältig nutzbar - und kommen vor allem dort zum Einsatz, wo es um Nachverfolgbarkeit und Konformität geht. Beispielsweise können sie als Beweis dienen, dass ein Paket vollständig geliefert wurde. Weitere Initiativen sind geplant: So soll die Blockchain künftig bei der Beglaubigung von Diplomen oder dem Optimieren von Lebensläufen eingesetzt werden. Und die Kreditkartengesellschaft Visa will 2017 einen Blockchain-Zahlungsservice einführen.

Was sind die Stärken der Blockchain?

Bei der Blockchain stehen Transparenz und Dezentralität im Vordergrund: User müssen Identität und Besitz sichtbar hinterlegen, so dass anonymisiert erkennbar ist, wer beispielweise welche Bitcoins an wen sendet. Die Identität hinter einer Adresse bleibt jedoch unklar. Im übertragenden Sinne könnte man sagen: Das Internet ist ein "Netzwerk von Informationen", die Blockchain ein "Netzwerk des Vertrauens". Die Technologie gilt deshalb als vielversprechend, weil die Informationen einer Blockchain transparent und auf viele Computer verteilt gespeichert sind. Dadurch können sie nur mit enormem technischen Aufwand manipuliert werden.