Deutscher Veranstalter will Passagiere von Kreuzfahrtschiff vor Australien ausfliegen

Die überwiegend deutschen Passagiere eines vor Australien liegenden Kreuzfahrtschiffs mit sieben Corona-Fällen an Bord sollen nach Angaben des Veranstalters am Wochenende nach Deutschland ausgeflogen werden. Geplant sei, die 832 Passagiere an Bord per Charterflug am 28. oder 29. März von der westaustralischen Stadt Perth nach Deutschland zurückzufliegen, sagte eine Sprecherin des Reiseveranstalters "Phoenix Reisen" in Bonn am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Am Mittwoch waren fünf Passagiere sowie zwei der 515 Crewmitglieder an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Artania", das in der Nähe des Hafens von Fremantle bei Perth vor Anker liegt, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Den infizierten Menschen gehe es "den Umständen entsprechen gut", hieß es am Donnerstag auf der Website von "Phoenix Reisen".

Die Entscheidung zur Rückholung der Passagiere an Bord sei nach Absprache mit den australischen Behörden sowie der deutschen Botschaft vor Ort getroffen worden, sagte die Sprecherin des Reiseveranstalters. Zuvor hatte allerdings Westaustraliens Regierungschef Mark McGowan erklärt, niemand werde an Land gelassen, "es sei denn, ein Passagier befindet sich in einer lebensbedrohlichen Notlage".

Auch an Bord befindliche Gäste, die nicht aus Deutschland kommen, sollen per Charterflug nach Frankfurt geflogen werden, "sofern die Weiterreise ab Frankfurt zum ausländischen Heimatort gewährleistet ist", erklärte der Veranstalter. Um das zu organisieren, sei "Phoenix Reisen" in Kontakt mit den jeweiligen Botschaften.

In der vergangenen Woche hatten die australischen Behörden die "Ruby Princess" in Sydney anlegen und die Passagiere von Bord gehen lassen. Danach wurden mehr als 130 Infektionsfälle und ein Todesopfer gemeldet. In Westaustralien wird ein Viertel der Coronavirus-Fälle mit der Ankunft von Kreuzfahrtpassagieren in Verbindung gebracht. In ganz Australien wurden bis Donnerstag knapp 3000 Infektionsfälle und 13 Todesopfer gemeldet.