Als sich ein Deutscher in der NHL unsterblich machte

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Als sich ein Deutscher in der NHL unsterblich machte
Als sich ein Deutscher in der NHL unsterblich machte

An den größten Moment seiner Karriere erinnert sich Uwe Krupp auch 25 Jahre später noch ganz genau. (NEWS: Alles zur NHL)

"Wir hatten uns festgesetzt im gegnerischen Drittel. Ich hatte Zeit, mir die Scheibe zurechtzulegen und einen Schuss zu nehmen, den du andauernd trainierst. Adam Deadmarsh versperrt Floridas Torwart John Vanbiesbrouck die Sicht, und der Puck geht durch. Ich war unglaublich happy und erleichtert", erzählt Krupp im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

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Um 1.06 Uhr Ortszeit trug sich der Kölner in jener Nacht vom 10. auf den 11. Juni 1996 in die NHL-Geschichtsbücher ein, mit seinem Treffer zum 1:0 nach 104:31 Minuten.

Der Verteidiger der Colorado Avalanche fasste sich in der dritten Verlängerung des Stanley-Cup-Finals ein Herz und entschied mit seinem Schlagschuss von der blauen Linie das vierte und letzte Finale gegen die Florida Panthers - als erster Deutscher stemmte der heute 55-Jährige den Stanley Cup in die Höhe.

Krupp übersteht Kreuzband-Verletzung

Der Weg, hin zum "Ziel schlechthin", glich jedoch fast einem Wunder. "Im ersten Heimspiel, mit dem ersten Tor, das die Avalanche geschossen haben, habe ich einen Assist gegeben, und dann ist einer auf mich draufgefallen", erinnert sich Krupp: "Da war nicht nur das Kreuzband durch, das ganze Knie musste rekonstruiert werden."

Doch die OP verlief überraschend gut, bereits nach viereinhalb statt der prognostizierten zehn Monate stand er wieder auf dem Eis. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der NHL)

Krupp avancierte nach nur sechs Partien in der Hauptrunde in den Playoffs zu einer der großen Säulen im Starensemble der "Lawine" um All-Stars wie Joe Sakic, Peter Forsberg oder Goalie Patrick Roy. Für die Avs, die erst vor der Saison aus Quebec nach Denver umgezogen waren, erzielte der spätere Bundestrainer in 22 Playoff-Spielen vier Tore und bereitete zwölf vor.

Mit 16 Punkten war er der zweitbeste Scorer unter Colorados Verteidigern. Seine Rolle im Team sei "maßgeschneidert" für ihn gewesen, so Krupp.

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Krupp: "Hatten keine Primadonna"

Ebenso maßgeschneidert war das Team: "Es war die beste Mannschaft, in der ich je gespielt habe. Das war eine Kombination aus einer richtig talentierten Mannschaft und einer gewissen Bescheidenheit. Wir hatten keine Selbstdarsteller, keine Primadonna und einen unglaublichen Trainerstab mit absoluten Legenden."

Auch ein Vierteljahrhundert später ist seine Verbundenheit mit der Franchise ungebrochen. Deswegen drückt er in den laufenden Playoffs den Avs mit Nationaltorhüter Philipp Grubauer die Daumen, die gegen die Vegas Golden Knights beim Stand von 2:3 allerdings um den Einzug ins Halbfinale bangen.

Krupp, mittlerweile Trainer der Kölner Haie, ist dennoch überzeugt vom dritten Stanley-Cup-Triumph. (SERVICE: Tabelle der NHL)

"Ich traue ihnen das absolut zu, sie haben eine unglaublich talentierte Mannschaft mit Spielern wie MacKinnon. Zudem haben sie mit Gabriel Landeskog einen Top-Kapitän. Und der Philipp macht natürlich einen Riesenjob. Er ist einer der Top-Torhüter in der NHL", betonte er: "Es stimmen viele Dinge, so wie bei uns 1996."

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