Diesen Spitznamen hat Deutschlands neuer NFL-Star

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Diesen Spitznamen hat Deutschlands neuer NFL-Star
Diesen Spitznamen hat Deutschlands neuer NFL-Star

Amon-Ra St. Brown ist der jüngste Spross der deutschen Receiver-Familie. Nach aufsehenerregenden College-Jahren bei den USC Trojans schlugen die Detroit Lions in der vierten Runde des NFL-Drafts zu.

Viele Experten hatten das größte Talent der Familie mit dem ehemaligen Mr. Universum und der deutschen Mutter aus dem Rheinland deutlich früher erwartet, denn Amon wird eine große Karriere bei den Profis zugetraut. Die Coaches in Detroit schwärmen.

Im exklusiven Interview mit SPORT1 spricht er über seine Erwartungen, die Entlassung seines Bruders Equanimeous bei den Packers, wie er sich bei den Lions Respekt verschafft und wann ihn Coach Dan Campbell „Sonnengott“ nennt. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NFL)

SPORT1: Amon-Ra, Ihr NFL-Debüt für die Detroit Lions rückt immer näher. Haben Sie das schon realisiert und wie fühlt es sich nach den ersten Vorbereitungsspielen an?

Amon-Ra St. Brown: Jetzt habe ich ja schon drei Spiele gemacht und es fühlt sich ganz gut an. Mein erstes offizielles Spiel wird dadurch auch nicht so crazy, wie man vielleicht denkt. Ich freue mich drauf.

SPORT1: Sie haben während der Vorbereitung viel Lob von den Coaches und Beobachtern für Ihre physische Spielweise und aufsehenerregenden Catches bekommen. Sind das auch Ihre großen Stärken?

St. Brown: Ich bin ja Receiver und trainiere das schon mein ganzes Leben, das sind auch meine Stärken Ich habe viele Stärken, aber Catches trainiere ich logischerweise ganz besonders und intensiv.

Amon-Ra St. Brown zum Draft: „Ich war enttäuscht“

SPORT1: Sie mussten im Draft im Frühjahr etwas länger warten als von den meisten Experten prognostiziert. Waren Sie enttäuscht?

St. Brown: Ja, ich war enttäuscht - aber das ist jetzt vorbei. Ich werde jetzt noch härter arbeiten. Der Draft hat mich nur noch mehr motiviert.

SPORT1: Die Situation bei den Lions ist für Sie als Rookie sehr gut. Ein Team im Umbau, ein neuer Quarterback und mit Kenny Golladay und Marvin Jones sind die beiden Top-Receiver gegangen. Da müsste doch viel Spielzeit für Sie drin sein, oder?

St. Brown: Das werden wir sehen. Ich weiß nicht, ob ich starte, aber hoffentlich spiele ich viel.

SPORT1: Zu Beginn der Vorbereitung hatten Sie im Training eine kleine Auseinandersetzung mit einem Teamkollegen. Head Coach Dan Campbell lobte, statt zu kritisieren, Ihre Aggressivität. Wie wichtig ist es, sich als neuer Spieler Respekt zu verschaffen, gerade auch als Receiver? Gab es eine Aussprache zu dem Zoff?

St. Brown: Es war jetzt nicht so serious wie gerne beschrieben. Ich musste einfach zeigen, dass ich kein Softie bin (lacht).

Möglichst viele Yards sind das Ziel

SPORT1: Sie wurden bisher meist im Slot - in der Mitte des Feldes - eingesetzt, sehr oft bereits mit den Startern. Worauf kommt es dabei im Vergleich zum 1-zu-1-Duell auf außen an? Welche Rolle bevorzugen Sie?

St. Brown: Ich mag beide Positionen. In der Mitte ist man auf „High Alert“. Da passiert alles sehr schnell. Das ist der Unterschied zur Außenposition.

SPORT1: Was haben Sie sich für Ihre Rookie-Saison vorgenommen?

St. Brown: Mein Ziel ist ganz einfach: möglichst viele Yards machen.

SPORT1: Mit Jared Goff haben Sie einen Super-Bowl-erfahrenen Quarterback, der von den Rams allerdings im Tausch für Matt Stafford weggeschickt wurde. Was zeichnet ihn aus und haben Sie schon Chemie entwickelt?

St. Brown: So viel haben wir ja noch nicht zusammengespielt. Eine kleine Chemie haben wir aber schon aufgebaut. Jared ist sehr genau, schlau und trifft gute Entscheidungen. (DATEN: Alle Tabellen der NFL)

Nach „EQ“-Aus bei den Packers: Bruderduell verschoben

SPORT1: Am 2. Spieltag geht es gegen die Green Bay Packers. Dort spielte bis zuletzt Ihr Bruder Equanimeous ...

St. Brown: Es ist sehr schade und bitter für ihn, so ist leider das NFL-Geschäft. Ich bin aber sicher, dass er schnell ein neues Team finden wird - und dann holen wir das Duell nach. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

SPORT1: Sie sind das bisher größte deutsche Offensivtalent in der NFL. Die Liga hat gerade bestätigt, dass spätestens ab 2023 Spiele in Deutschland ausgetragen werden. Wie wichtig ist Ihnen die Rolle als Football-Botschafter, um vielleicht, ähnlich wie Dirk Nowitzki, einen NFL-Boom im Heimatland Ihrer Mutter auszulösen?

St. Brown: Das wäre natürlich super, wenn ich dazu beitragen könnte. Ein Spiel mal in Deutschland zu spielen, fände ich auch sehr cool. Es sieht ja danach aus, vielleicht sind wir dann auch dabei.

Über Jamal Musiala: „Zuletzt bei der EM Kontakt“

SPORT1: Sie hatten zum Beispiel ein Doppel-Interview mit Fußball-Jungstar Jamal Musiala vom FC Bayern gemacht. Wie kam es dazu? Halten Sie Kontakt bzw. verfolgen Sie den FC Bayern?

St. Brown: Das Interview hat ein Marketing-Berater organisiert. Es war ziemlich cool. Ich mag ja Fußball und verfolge die deutsche Nationalmannschaft. Ich war ziemlich enttäuscht, dass sie bei der EM so früh ausgeschieden sind und habe mir danach auch kein Spiel mehr angeschaut. Bei der EM hatte ich zuletzt mit Jamal Kontakt, jetzt steht bei uns beiden ja der Saisonstart im Fokus. Ansonsten sind wir auf Social Media verbunden.

SPORT1: Coach Campbell nannte Sie in Anlehnung an Ihren Vornamen (Amun-Re ist der ägyptische Sonnengott, Anm. d. Red.) in der Vorbereitung „Sonnengott“ - ist der Spitzname hängengeblieben?

St. Brown: Normalerweise nennt er mich bei meinem richtigen Namen, nur ab und an nennt er ich mich Sonnengott (lacht).

Darum hat sich St. Brown für die Impfung entschieden

SPORT1: Ein großes Thema in der NFL-Vorbereitung war die Impfquote. Wie haben Sie sich entschieden und warum? Wie sehen Sie es, dass zum Beispiel Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder gegen eine Impfung ist und auch Olympia ausließ?

St. Brown: Meine Meinung ist, dass das jeder selbst entscheiden soll. Viele haben gute Gründe, warum sie es nicht machen wollen. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich mich sonst jeden Tag testen lassen müsste und ich auch keine Lust auf Strafen habe, die bei der NFL sehr hoch sind. Wenn man keine Maske trägt, kostet das zum Beispiel direkt 14.000 Dollar.

SPORT1: Fantasy Football wird auch in Deutschland immer beliebter. Bei nfl.com werden Sie aktuell auf Rang 116 geführt. An welcher Stelle sollten Sie deutsche NFL-Fans wählen?

St. Brown: Ich würde raten, nicht zu lange abzuwarten. Ich könnte ja ein „Sleeper“ sein (lacht).

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