Deutscher Astronaut Maurer von ISS zurück zur Erde aufgebrochen

Matthias Maurer (AFP/Paul Zinken) (Paul Zinken)

Nach einem halben Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS hat der deutsche Astronaut Matthias Maurer am Donnerstag seinen Rückflug zur Erde angetreten. Wie in einem Livestream der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu sehen war, dockte er zusammen mit drei US-Astronauten in einer Dragon-Kapsel des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX von der ISS ab. Maurer war im November vergangenen Jahres als Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA ins All aufgebrochen.

Die Dragon-Kapsel "Endurance", die Maurer und seine drei US-Kollegen vor fast sechs Monaten bereits zur ISS gebracht hatte, dockte am Donnerstagmorgen um 7.20 Uhr (MESZ) über dem Südosten Australiens von der Raumstation ab, wie eine Nasa-Vertreterin erklärte. Die Rückreise zur Erde wird fast 24 Stunden dauern. Nach Angaben der ESA soll die Kapsel am Freitagmorgen gegen 6.43 Uhr (MESZ) vor der Küste Floridas im Wasser landen.

Maurer wird nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) dann direkt zum Europäischen Astronautenzentrum in Köln gebracht, wo er am späten Freitagabend erwartet wird. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) will ihn persönlich am Flughafen Köln-Bonn begrüßen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wünschte Maurer "eine gute und sichere Rückreise samt sanfter Landung". Er bedankte sich auf Twitter für Maurers Arbeit "und all die neuen Erkenntnisse im Weltraum, die für uns hier auf der Erde so wichtig sind".

Gemeinsam mit den Nasa-Astronauten Raja Chari, Thomas Marshburn und Kayla Barron, die nun mit ihm zur Erde aufbrachen, hatte Maurer auf der ISS in Bereichen von Physik, Biologie, Medizin und künstlicher Intelligenz geforscht und dabei neue Technologien erprobt. In 400 Kilometern Höhe experimentierte er etwa mit Wasser in der Schwerelosigkeit, neuartigen Betonmischungen für nachhaltiges Bauen auf der Erde und aus Hautzellen hergestellten Biopflastern.

Als eines der "herausragendsten Erlebnisse" bezeichnete Maurer rückblickend einen kräftezehrenden Außeneinsatz, den er im März mit seinem Kommandanten und Nasa-Kollegen Chari absolvierte. Mehr als sechs Stunden lang nahmen die beiden Reparaturen am Kühlsystem der Raumstation vor und ersetzten eine Außenkamera.

Bei dem Einsatz hatte der Saarländer mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, weil seine Helmkamera und sein Helmlicht wackelten. Unter Anleitung des Nasa-Teams auf der Erde konnte beides befestigt und der Einsatz ohne weitere Zwischenfälle fortgesetzt werden. Auf den Weltraumspaziergang hatte sich Maurer in 150 Trainingsstunden unter Wasser vorbereitet, um die Arbeit unter Weltraumbedingungen zu simulieren.

Maurer war der 600. Mensch und der zwölfte Deutsche im All. Dort feierte er im März auch seinen 52. Geburtstag. In Online-Netzwerken teilte Maurer während seiner Mission "Cosmic Kiss" (Kosmischer Kuss) regelmäßig Videos oder Fotos aus der Raumstation, mit denen er seine Experimente und seinen Alltag als Astronaut dokumentierte. Er zeigte unter anderem, wie seine abendliche Routine vor dem Zubettgehen aussah und welche Herausforderungen es mit sich brachte, sich in der Schwerelosigkeit die Zähne zu putzen.

mid/noe/jes

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