Privatkonsum und Investitionen treiben Wirtschaft an

Deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

Angetrieben durch den privaten Konsum im Inland und höhere Investitionen hat die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Da die Importe stärker wuchsen als die Exporte, wurde das Wirtschaftswachstum um 0,3 Prozentpunkte gedämpft.

Die deutsche Wirtschaft "bleibt auf Wachstumskurs", erklärte das Bundesamt, das seine erste Schätzung von Mitte August bestätigte. Für das erste Quartal 2017 korrigierten die Statistiker die Wirtschaftsleistung hingegen leicht nach oben - von 0,6 Prozent auf 0,7 Prozent.

Die Impulse für die Wirtschaft kamen aus dem Inland: So steigerten die Privathaushalte ihre Konsumausgaben gegenüber dem Vorquartal kräftig um 0,8 Prozent, und auch die staatlichen Ausgaben lagen um 0,6 Prozent höher als im Vorquartal. Die Investitionen in Ausrüstungen legten um 1,2 Prozent zu und in Bauten um 0,9 Prozent.

Mit Blick auf den Außenhandel sprachen die Statistiker allerdings von "gemischten Signalen". Im Vergleich zum ersten Quartal wurden 0,7 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert, gleichzeitig stiegen die Importe in diesem Zeitraum mit 1,7 Prozent deutlich stärker. Dadurch wurde das Wirtschaftswachstum um 0,3 Prozentpunkte gedämpft.

Im Vorjahresvergleich stieg das deutsche BIP zwischen April und Juni um 0,8 Prozent, kalenderbereinigt waren es 2,1 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahr kamen die Impulse aus dem Inland: So stiegen die privaten Konsumausgaben um 1,6 Prozent und die des Staates um 1,5 Prozent. Erbracht wurde die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal von 44,2 Millionen Menschen, das waren 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die starke Wirtschaft und die gute Beschäftigungslage bescherten dem deutschen Staat im ersten Halbjahr 2017 zudem einen Überschuss von 18,3 Milliarden Euro. Die wichtigste Einnahmequelle des Staates sind die Steuern, die mit 384,2 Milliarden Euro gut die Hälfte der gesamten Einnahmen ausmachten.

Unterdessen trübte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zuletzt auf insgesamt sehr hohem Niveau minimal ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im August geringfügig von 116 auf 115,9 Punkte, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut mitteilte. Die Stimmung der Wirtschaft sei "weiterhin sehr gut".