Deutsche Wirtschaft warnt vor Aufkündigung von Atomabkommen mit Iran

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft hat vor einer Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA gewarnt. Ein solcher Schritt wäre "ein harter Schlag ins Kontor der deutschen Wirtschaft", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Sollte US-Präsident Donald Trump die im Oktober anstehende Bestätigung aussetzen, würde der US-Kongress innerhalb von 60 Tagen über die Wiedereinführung von umfassenden Sanktionen entscheiden. "In der Praxis käme dies einer Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA gleich", sagte Treier. Ein für deutsche und europäische Unternehmen völlig unübersichtliches Sanktionsgeflecht wäre die Folge - mit hohen wirtschaftlichen Schäden.

Trump hatte in seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung nahegelegt, dass er das Atomabkommen mit Iran aufkündigen könnte. Trump muss dem Kongress bis 15. Oktober mitteilen, ob sich Iran an das Abkommen hält und dieses weiter im Interesse der USA liege.

Bei Aufkündigung des Atomabkommens würde nach Treiers Worten großes Potenzial in den wieder aufgebauten Handelsbeziehungen mit dem Iran ungenutzt bleiben. Zudem würde sich eine neue große Unsicherheit für die Unternehmen ergeben, die inzwischen wieder Iran-Geschäfte und gleichermaßen USA-Geschäfte machten. Neue Strafen in den USA könnten drohen, warnte der DIHK-Außenwirtschaftschef.

Die deutsch-iranischen Handelsbeziehungen haben laut dem DIHK seit der weitestgehenden Aufhebung der Wirtschaftssanktionen im Januar 2016 zufolge zugelegt. Von Januar bis Juli 2017 sei der Außenhandel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent gestiegen auf 1,8 Milliarden Euro. Deutschland habe Waren im Wert von 1,6 Milliarden geliefert, Iran im Umfang von 231 Millionen Euro.