Deutsche Wirtschaft geht mit Stimmungsdämpfer in den Herbst

Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest. Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigstes Konjunkturbarometer der deutschen Wirtschaft. Foto: Christina Sabrowsky

München (dpa) - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September eingetrübt. Die vom Ifo-Institut befragten Unternehmen waren sowohl mit ihrer aktuellen Geschäftslage als auch mit dem Ausblick für die kommenden Monate weniger zufrieden als im August.

«Die neue Legislaturperiode startet trotzdem mit dem Rückenwind einer starken Konjunktur», erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest in München. Der wichtige Geschäftsklimaindex fiel zwar um 0,7 auf 115,2 Punkte, «liegt jedoch weiterhin deutlich über seinem langfristigen Mittelwert».

Die Industrieunternehmen zeigten sich auf hohem Niveau deutlich weniger zufrieden mit ihren Geschäften und auch nicht mehr so optimistisch. Dennoch planen sie ihre Produktion weiter auszuweiten.

Auch im Großhandel gab es einen Dämpfer. Im Einzelhandel dagegen stieg der Geschäftsklimaindex. «Die Einzelhändler wollen vermehrt die Preise erhöhen», sagte Fuest. Während vor allem der Verkauf von Bekleidung florierte, seien die Autohändler von Sorgen geplagt.

Weiter aufwärts geht es auf dem Bau: Das Geschäftsklima erreichte einen weiteren Rekordwert. Die Baufirmen waren mit ihrer Geschäftslage zufrieden und noch optimistischer für die Zukunft.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigstes Konjunkturbarometer der deutschen Wirtschaft. Im September sank der Teilindex für die Geschäftslage von 124,7 auf 123,6 Punkte und jener für die Erwartungen von 107,8 auf 107,4 Punkte.