Deutsche Wirtschaft: G20 muss sich für offenen Handel einsetzen

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Das unter deutschem Vorsitz stehende Wirtschaftsnetzwerk "Business 20" (B20) fordert vor der Übergabe an Argentinien, sich für offenen Handel und Klimaschutz einzusetzen. Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20-Staaten) müssten ein Umfeld für nachhaltiges Wachstum und Entwicklung weltweit schaffen, teilte B20-Präsident Jürgen Heraeus am Montag in Berlin mit. Die Staatengruppe dürfe sich angesichts der globalen Tendenzen zu Abschottung und Nationalismus "nicht auseinanderdividieren lassen".

In der B20 sind Wirtschafts- und Industrieverbände der G20 vertreten. Das Wirtschaftsnetzwerk berät die Staatengruppe mit Expertise und Empfehlungen für deren Agenda. Deutschland hat in diesem Jahr auch den Vorsitz der führenden Industrie- und Schwellenländer und richtete im Sommer den G20-Gipfel in Hamburg aus. Am Mittwoch übergibt die deutsche Wirtschaft in Buenos Aires den Vorsitz des B20-Netzwerkes an Argentinien, das ab Dezember der G20 vorsteht.

Die deutsche Wirtschaft bekräftigte vor dem Staffelwechsel ihre Forderung nach offenem Handel. Dieter Kempf, Präsident des Industrieverbands BDI, sagte, die deutsche G20-Präsidentschaft habe sich zwar gegen den protektionistischen Zeitgeist gewehrt. Die Staatengruppe habe es aber in Hamburg verpasst, sich auf eine Handelsagenda zu einigen. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer forderte angesichts der Digitalisierung mehr Einsatz für Aus- und Weiterbildung. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag appellierte an Argentinien, dem Mittelstand einen besseren Zugang zum Welthandel zu verschaffen.