Deutsche Wirtschaft beklagt massive Zunahme von Handelshürden

Der deutsche Außenhandel hat im August kräftig angezogen. Exportiert wurden Waren im Wert von 103,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 7,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 3,1 Prozent mehr als im Juli 2017

Die deutsche Wirtschaft beklagt zunehmende Handelshürden und einen weltweiten Trend zum Protektionismus. "Die Unternehmen haben mit immer mehr Anforderungen, Regulierungen und Hemmnissen im internationalen Handel zu kämpfen", zitierte die "Welt" aus dem Außenwirtschaftsreport 2017 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Vor allem lokale Zertifizierungen im Lebensmittel- und Gesundheitsbereich und verstärkte Sicherheitsanforderungen würden das Geschäft bremsen.

Viele Unternehmen würden an Belastungsgrenzen im Zusammenhang mit der Einhaltung bestehender Exportkontrollvorschriften stoßen. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier sagte, dass die deutschen Industrie- und Handelskammertage im vergangenen Jahr die Rekordzahl von über 410.000 Beratungen im Bereich Zoll und Außenwirtschaftsrecht geleistet hätten.

Der Befragung unter 79 Industrie- und Handelskammern zufolge sorgen sich die Unternehmen derzeit weniger um den Kurs der USA unter Präsident Donald Trump, sondern um die Maßnahmen der Türkei. "Die gegenwärtige politische Situation in der Türkei sorgt für Verunsicherung, die gemeinsam mit der steigenden Zahl von Handelshemmnissen die Geschäftsaussichten trübt", heißt es laut "Welt" in dem Außenhandelsreport. Doch auch in den deutschen Nachbarländern steige die Flut von Nachweisen, die man beim internationalen Handelsaustausch erbringen müsse.