Deutsche Wirtschaft befürchtet Rückschlag für das Iran-Geschäft

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft befürchtet einen massiven Rückschlag für das Iran-Geschäft, wenn die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausscheren sollten. Eine Rückkehr zu den ausgesetzten US-Sanktionen gegen den Iran wäre "ein Schlag ins Kontor der sich wieder deutlich belebenden Handelsbeziehungen", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier, der Deutschen Presse-Agentur.

US-Präsident Donald Trump will an diesem Freitag seine Iran-Strategie vorstellen. Er hat das Atomabkommen immer wieder in Frage gestellt.

Trump muss dem Kongress spätestens bis zum Sonntag sagen, ob der Iran die Auflagen aus der Vereinbarung einhält. Es wird damit gerechnet, dass er diese Bestätigung verweigert. In diesem Fall müsste der Kongress innerhalb von 60 Tagen entscheiden, ob die ausgesetzten Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt werden sollen. Erst dieser Schritt käme einer Aufkündigung des Abkommens gleich. Eine Mehrheit für Sanktionen ist im US-Senat allerdings fraglich.

Würden die Sanktionen reaktiviert, wäre das eine "herbe Enttäuschung", sagte Treier. "Auch die deutsche Wirtschaft hat sich darauf verlassen, dass die internationale Vereinbarung und damit die neue erleichterte Sanktionslage gilt."

Der DIHK hatte große Hoffnungen in das Atomabkommen und die daraus folgende Aussetzung der Sanktionen im Januar 2016 gesetzt. Innerhalb von zwei Jahren erwartete der Wirtschaftsverband eine Verdoppelung des Handelsvolumens von 2,4 Milliarden Euro (2015) auf fünf Milliarden. Innerhalb von fünf Jahren seien sogar zehn Milliarden Euro möglich, so die Ursprungsprognose.