Deutsche Windgiganten sind doch nicht so erpicht auf Marktpreise

Brian Parkin und William Wilkes

(Bloomberg) -- Bei der ersten Auktion von Offshore-Windprojekten in Deutschland verzichteten die Entwickler gerne auf Subventionen. Sie waren überzeugt, dass die Technologie robust genug war, um ohne Hilfen Gewinne einzufahren. Jetzt sind sie sich nicht mehr so sicher.

Die deutschen Offshore-Windgiganten studieren derzeit ein britisches Programm, mit dem sichergestellt wird, dass sie für ihren Strom ausreichend bezahlt werden, unabhängig von den Großhandelspreisen.

Potenzielle Bieter der nächsten deutschen Offshore-Auktionen im Jahr 2022, darunter Orsted A/S und Vattenfall AB, versuchen, die Große Koalition von Bundeskanzlerin Angela Merkel davon zu überzeugen, neue Auktionsregeln auszuarbeiten, um ihre Einnahmen mit den riesigen Windrädern im Meer zu sichern. Sie befürchten, dass die konfuse Klimapolitik der Regierung die Investitionen in die Technologie riskanter macht. Auch sind sie der Ansicht, dass sie Garantien für Investitionen in Milliardenhöhe brauchen.

Möglicherweise muss die Regierung ähnliche Differenzkontrakte (Contract-for-Difference, CfD) anbieten, mit denen Großbritannien die Technologie gefördert hat. Diese Vereinbarungen schreiben den Preis für Strom, der durch neue Projekte erzeugt wird, fest. Davon profitierten im vergangenen Jahr unter anderem SSE Plc, Equinor ASA und Innogy SE.

Investoren streben ein Offshore-Zahlungssystem an, das wirtschaftlich sinnvoll sei - und das sei eindeutig das CfD-System, sagte Volker Malmen, deutscher Geschäftsführer von Orsted, per E-Mail.

Die Regierung prüft derzeit ihr Auktionssystem für Offshore-Wind und hat den Druck der Industrie zur Einführung von CfDs zur Kenntnis genommen, teilte das Wirtschafts- und Energieministerium am Freitag in einer E-Mail an Bloomberg mit, ohne Einzelheiten zu nennen.

Kontakt Reporter: Brian Parkin in Berlin bparkin@bloomberg.net;William Wilkes in Frankfurt wwilkes1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Reed Landberg landberg@bloomberg.net, Lars Paulsson, Jonathan Tirone

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