Deutsche Versicherer nennen Flut teuerstes Naturunglück

·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Versicherungsschäden in Deutschland durch die Flut im Juli steigen weiter an. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft geht inzwischen von rund 7 Milliarden Euro aus, wie er am Mittwoch erklärte. Stark betroffen ist unter anderem die Allianz SE.

Von der Gesamtsumme entfallen rund 6,5 Milliarden Euro auf Wohngebäude, Hausrat und Betriebe sowie rund 450 Millionen Euro auf Kraftfahrzeuge. Aktuell gehen die Versicherer von etwa 250.000 Schadenfällen aus - rund 200.000 an Häusern, Hausrat und Betrieben und bis zu 50.000 an Kraftfahrzeugen.

Die Unwetterfront Bernd war vom 13. bis 18. Juli über weite Teile Deutschlands hinweggezogen. Durch Starkregen und Hochwasser hatte das Tiefdruckgebiet vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch in Bayern und Sachsen schwere Schäden angerichtet.

Bernd ist laut GDV die bislang schadenreichste Naturkatastrophe in Deutschland. Die Schäden liegen über denen der Hochwasser im August 2002 (4,75 Milliarden Euro) und im Juni 2013 (2,25 Milliarden Euro) sowie dem Orkan Kyrill (3,6 Milliarden Euro). Die Werte sind zum besseren Vergleich jeweils hochgerechnet auf aktuelle Versicherungsdichte und Preise.

Die Allianz hatte zuvor bereits erklärt, bei ihr würden sich die Schäden durch Bernd auf insgesamt 900 Millionen Euro belaufen. In dieser Summe sind auch Schäden außerhalb Deutschlands enthalten. Nach Rückversicherungen erwartet der Münchener Konzern eine Belastung von 400 Millionen Euro.

Die tatsächlichen Unwetterschäden liegen laut Verband weit über den aktuellen Schätzungen, da bei weitem nicht alle Gebäude gegen alle Naturgefahren versichert sind. Während bundesweit fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert seien, hätten nur 46% Versicherungschutz gegen weitere Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser.

(Neu: Tatsächliche Schäden im letzten Absatz)

More stories like this are available on bloomberg.com

Subscribe now to stay ahead with the most trusted business news source.

©2021 Bloomberg L.P.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.