Deutsche Unternehmen wollen 2017 im Ausland 200.000 Jobs schaffen

Mercedes-Benz-Werk im US-Bundesstaat Alabama

Im Ausland tätige deutsche Unternehmen wollen in diesem Jahr wieder mehr investieren und weltweit rund 200.000 Arbeitsplätze schaffen - allein 40.000 davon in den USA. Dies geht aus einer Umfrage bei den deutschen Außenhandelskammern hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. "Die konjunkturelle Zuversicht bei den deutschen Unternehmen im Ausland ist zurück", sagte Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

56 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten bessere Geschäfte, nur sechs Prozent schlechtere. Der Optimismus ist laut Treier aber mit einem "hohen Risikobewusstsein verbunden". Wegen des Brexits, der handelsfeindlichen Äußerungen der US-Regierung und des in vielen Weltregionen zunehmenden Protektionismus' sehe jedes zweite Unternehmen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko für seine Geschäfte - "so viele wie noch nie". So hielten sich in Großbritannien viele deutsche Unternehmen derzeit mit Investitionen zurück.

Knapp ein Viertel der international tätigen Firmen fürchtet inzwischen auch zunehmende Handelsbarrieren und eine Bevorzugung einheimischer Unternehmen - dies gelte vor allem für in Nordamerika tätige Firmen. Ungeachtet dessen registrierten die Außenhandelskammern "heute viel mehr Unternehmen, die sich für Investitionen in den USA interessieren", wie Treier sagte. "Die Investitionspläne deutscher Firmen in den USA waren und sind gut." Ein zuletzt registrierter starker Rückgang deutscher Direktinvestitionen in den USA sei nicht überzubewerten.

Denn aktuelle Konjunkturdaten deuteten auf einen "größeren konjunkturellen Drive" in den USA hin und gäben Grund zur Annahme, "dass wir es mit einem längeren Aufschwung zu tun haben", sagte Außenwirtschaftschef Treier. Der DIHK rechne für 2017 mit einem Anstieg der deutschen Exporte in die USA um sieben Prozent - und weltweit um vier Prozent.

Den Vorwurf, dass Deutschland auf Kosten anderer Länder Geschäfte mache, wies Treier zurück: "Ein Exportüberschuss ist immer mit dem Aufbau von Arbeitsplätzen im Ausland verbunden", sagte er. Von den 200.000 Jobs, die deutsche Tochterfirmen in diesem Jahr in anderen Ländern schaffen wollten, seien 40.000 in den USA, die meisten aber in der Eurozone und im Asien-Pazifik-Raum.

An der Befragung nahmen rund 4000 der insgesamt 48.000 Mitgliedsunternehmen der Außenhandelskammern teil.