Deutsche Unternehmen blicken zuversichtlich auf Russland-Geschäft

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich eingetrübt. "Die Protektionismus-Debatte hinterlässt Spuren bei den deutschen Exporteuren", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest

Die deutsche Wirtschaft hofft trotz der internationalen Sanktionen gegen Moskau auf weitere Zuwächse im Russland-Geschäft. "2017 liefen die Geschäfte für die deutschen Firmen in Russland bereits besser als im Vorjahr", sagte der Vorstandschef der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, am Mittwoch in Berlin. "2018 wird es nach Einschätzung der Unternehmen weiter bergauf gehen. 78 Prozent rechnen damit, dass sich die russische Wirtschaft positiv entwickelt."

Zusammen mit dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft befragte die AHK Russland 141 deutsche Unternehmen, die in Russland aktiv sind. Laut der Geschäftsklima-Umfrage bewerteten knapp zwei Drittel von ihnen die Entwicklung des Geschäftsklimas seit Anfang 2017 leicht positiv oder positiv. Mehr als 60 Prozent der Firmen konnten demnach ihren Umsatz im vergangenen Jahr steigern.

Die deutschen Exporte nach Russland legten 2017 um 20 Prozent zu. 36 Prozent der Unternehmen äußerten in der Umfrage die Hoffnung auf weitere Zuwächse im laufenden Jahr, während knapp 60 Prozent stabile Umsätze erwarteten.

"Trotz einer ungemein schwierigen politischen Lage haben sich die deutschen Unternehmen in Russland aus der Krise gekämpft und profitieren nun von der Erholung der russischen Wirtschaft" sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Büchele. 2017 war die russische Wirtschaft erstmals nach zwei Jahren wieder gewachsen.

Belastet werden die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen weiterhin von den Sanktionen, die wegen des Ukraine-Konflikts gegen Russland verhängt wurden. Laut der Geschäftsklima-Umfrage wünschen sich 94 Prozent der Befragten einen Abbau der Strafmaßnahmen. Nur knapp ein Viertel der Unternehmen gab an, davon nicht betroffen zu sein. "Sowohl Russland als auch der Westen sind gefordert, sich endlich auf gesichtswahrende Lösungen für beide Seiten zu einigen", sagte Büchele.