Deutsche Telekom: Dass Buffett bei der US-Tochter einsteigt, sind 3-fach gute Nachrichten

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
Buffett
Buffett

Während die meisten Mobilfunk-Aktien auf der Stelle treten, zieht eine Aktie fast kontinuierlich nach oben: T-Mobile US (WKN: A1T7LU). Die Tochter der Deutschen Telekom (WKN: 555750) ist seit Jahren in der Erfolgsspur. Das ist auch Warren Buffett nicht entgangen. Seine Holding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) investiert mehr als eine Viertelmilliarde in das Unternehmen. Das sind auch großartige News für den Bonner Konzern.

Der neue T-Mobile-Chef überzeugt

Für T-Mobile begann 2020 eine neue Ära, und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Die Fusion mit Sprint war endlich unter Dach und Fach, die COVID-19-Pandemie hat die Bedeutung der Konnektivität auf ein neues Niveau gehoben und mit Mike Sievert hat ein neuer Chef das Zepter übernommen.

Sievert tritt in die großen Fußstapfen von John Legere, der mit seiner unkonventionellen Art und der berüchtigten Uncarrier-Strategie riesige Erfolge feiern durfte. Viele Anleger fragten sich, ob der doppelte Umbruch wirklich gelingen wird. Schließlich steht das Management vor der großen Herausforderung, zwei landesweite Netze intelligent zusammenzuführen und gleichzeitig bei der Kundengewinnung und -bindung nicht nachzulassen.

Nur mit dem Kopieren der Rezepte des Vorgängers würde Sievert wahrscheinlich kaum Erfolg haben. Er muss seinen eigenen Stil finden und eigene Akzente setzen. Genau das scheint ihm jedoch im vergangenen Quartal gelungen zu sein. Die Berkshire-Analysten sind bekannt dafür, dass sie größten Wert auf ein starkes Management in Verbindung mit einer gelebten Unternehmenskultur legen.

Klar ist auch, dass Buffetts Leute über nahezu unbegrenzte Ressourcen verfügen, um jeden Stein umzudrehen, bevor sie den Kaufen-Knopf drücken. Dass sie nun genau das getan haben, gibt uns die Information, dass sie Sievert zutrauen, jetzt und in Zukunft in der Champions League der Konzernmanager zu spielen. Haben sie recht, dann dürfte der Siegeszug der Aktie weiter anhalten und Aktionäre an der Seite von Buffett gute Renditen verdienen.

Chart erstellt mit YCharts – Prozentuale Entwicklung der vier großen Mobilfunk-Unternehmen der USA seit November 2015

Die 5G-Strategie geht auf

Zu einem guten Management gehört aber natürlich auch ein gutes Produkt. Offenbar glauben die Berkshire-Analysten auch hier, dass T-Mobile noch große Potenziale ausschöpfen kann. Nachdem sich die US-Tochter bisher weitgehend auf das Geschäft mit Smartphones und Mobiltarifen beschränkte, sucht sie mittlerweile neue Erlösquellen. Möglicherweise gefallen Buffett und seinen Leuten die Vorstöße in Richtung Digital Payments und Cloud-Gaming.

Gerade Letzteres würde von schnellen 5G-Netzwerken profitieren. Technikchef Neville Ray sagte 2019 Folgendes: „Mobile Game-Streaming ist die Zukunft und hat das Potenzial, Spiele in Konsolenqualität überall freizuschalten. Ich für meinen Teil möchte bei dieser Revolution an vorderster Front dabei sein und sie vorantreiben.“

Gleichzeitig ist auf der anderen Seite des Atlantiks der Mutterkonzern mit Magenta Gaming am Start. Es ist absehbar, dass diese Plattform mittelfristig international ausgerollt wird und somit für beide große Chancen eröffnet.

Passend dazu wähnt sich T-Mobile in den USA im Vorteil gegenüber der Konkurrenz, was 5G-Kapazitäten angeht. Hierzu erneut Neville Ray: „T-Mobile hat mehr Mittelband-Spektrum als jeder andere. Wir sind die Einzigen, die ein transformierendes 5G-Netz aufbauen, das auf dedizierten Funkfrequenzen beruht.“ Schon in Kürze wird 5G für rund 100 Millionen Menschen in den USA zugänglich sein und der weitere Ausbau soll zügig voranschreiten.

Für die Telekom kann das nur gut sein

Die genauen Gründe, warum Berkshire Hathaway im abgelaufenen Quartal bei T-Mobile zugeschlagen hat, sind nicht bekannt. Dennoch lässt sich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Holding dem neuen Management großes Vertrauen entgegenbringt, T-Mobile auf dem Weg zum Marktführer sieht und davon überzeugt ist, dass 5G die Geschäftsentwicklung beschleunigen wird.

Zwar ist T-Mobile bisher kein Dividendenzahler, sodass die Telekom als Hauptaktionär nicht direkt am Erfolg partizipieren kann. Doch das ist kein Problem. Schließlich kommt es vor allem darauf an, dass die voll konsolidierte Beteiligung die Bilanz stärkt. Und dafür sorgen die Kursgewinne. Solange T-Mobile so viel Wert schafft wie in den letzten Jahren, fährt die Telekom damit besser.

Mittel- bis langfristig wird die Kapazität für Ausschüttungen daher umso höher sein. Falls die Telekom dann größeren Finanzbedarf haben sollte, wird sie sicherlich durchsetzen können, dass die Tochter damit beginnt, etwas zurückzugeben.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short December 2020 $210 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt T-Mobile US.

Motley Fool Deutschland 2020