Deutsche Sportministerin Faeser: Super League ist unsolidarisch

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat sich zum Beginn der Anhörung vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen eine Super League im Fußball ausgesprochen. Eine Super League als geschlossener Zirkel der reichsten Clubs widerspreche dem Geist des Sports völlig, sagte die für den Sport zuständige Ministerin am Montag dem "Kicker".

"Wer den Fußball liebt, ist gegen eine Super League. Es ist unsolidarisch, wenn sich Clubs aus offenen Wettbewerben verabschieden und immer gieriger nur noch auf das ganz große Geld zielen. Ich habe hier eine klare Haltung", betonte die SPD-Politikerin. Sie sei in engem Kontakt mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Am Montag hatte vor dem EuGH die mündliche Verhandlung in Luxemburg begonnen. Die European Super League Company hatte Klage gegen die Europäische Fußball-Union UEFA und den Weltverband FIFA bei einem Gericht in Madrid eingereicht. Es geht um den Vorwurf, UEFA und FIFA handelten wie ein Kartell, weil sie sich der Gründung der Super League widersetzt hätten. Die Anhörung ist der erste Schritt, ein Urteil wird in einigen Monaten erwartet. Das spanische Gericht hatte den EuGH gebeten, EU-Recht für das Verfahren auszulegen.

Zwölf Top-Clubs hatten im April 2021 die Gründung einer Superliga verkündet, den Plan nach massiven Protesten von Ligen, Verbänden und Fans jedoch schnell wieder verworfen. Die drei Spitzenvereine Real Madrid, Juventus Turin und FC Barcelona wollen aber weiterhin eine Super League als Konkurrenz zur Champions League der UEFA gründen.

"Ich bin ein großer Fan des offenen sportlichen Wettbewerbs, in dem auch Überraschungsteams eine Chance haben und sportliche Leistung zählt", sagte die deutsche Sportministerin. Und weiter: "Sport kann vereinen, gerade in schwierigen Zeiten. Sport darf nicht spalten. Wer sich völlig abkoppelt, verliert die Fans, die Leidenschaft und den Rückhalt", befand Faeser.

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