Dieser Deutsche schreibt in der NFL Geschichte

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Dieser Deutsche schreibt in der NFL Geschichte
Dieser Deutsche schreibt in der NFL Geschichte

Dieser Typ ist eine Wucht!

116 Kilogramm, verteilt auf 1,91 Meter. Wer Jakob Johnson im Weg steht, hat es nicht leicht. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NFL)

Der vielseitige Profi der New England Patriots ist eine deutsche Hoffnung in der neuen NFL-Saison.

Die Patriots starten am Sonntag mit einem Heimspiel gegen die Miami Dolphins (ab 22.25 Uhr in den LIVESCORES).

Johnson spielt auf drei Positionen

Dass in diesem Match auch Johnson zum Einsatz kommt, gilt als sicher. Eben auch, weil er so flexibel einsetzbar ist. Er ist sogar so vielseitig, dass er in der Saisonvorbereitung aufgrund zahlreicher Verletzungen in seinem Team fast täglich auf neuen Positionen eingesetzt wurde. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

Eigentlich ist der in Stuttgart geborene Sohn einer Deutschen und eines US-Amerikaners auf der Position des Fullbacks zu Hause. Doch er gibt auch als Tight End oder Running Back keine schlechte Figur ab. (Die Spieler-Positionen im American Football)

In Anlehnung an die vielen Funktionen eines Schweizer Taschenmessers sagte der 26-Jährige in diesem Sommer in einer Medienrunde: „Ich versuche einfach zu helfen, wo ich kann. Ich hoffe, dass ich ein deutsches Taschenmesser sein kann.“ (DATEN: Alle Tabellen der NFL)

Er wolle sich eine feste Rolle im Team erspielen und dabei mithelfen, dass seine Mannschaft gewinne, stellte er klar.

Patriots ohne Brady kein Titelanwärter

Seine Mannschaft – das sind die Patriots aus New England, die zu Zeiten von Quarterback-Superstar Tom Brady praktisch ein Abo auf die Meisterschaft in der NFL hatten.

In der vergangenen Saison lief es nicht mehr so gut, die Patriots verpassten mit Bradys Nachfolger Cam Newton, der inzwischen entlassen wurde, die Playoffs.

Für Johnson selbst aber bedeutete die Spielzeit einen weiteren Fortschritt in seiner Karriere. Bei der 30:35-Niederlage gegen die Seattle Seahawks gelang ihm als erstem deutschen Spieler ein Offensiv-Touchdown in der NFL! (ANALYSE: So viel Deutschland steckt in der NFL)

Es war nicht die erste historische Leistung des gelernten Fullbacks. Ihm gelang es in seiner Debütsaison 2019 als erstem Spieler des International Pathway Programs der Liga überhaupt, in einem Spiel der Regular Season zum Einsatz zu kommen.

Mit dem Projekt unterstützt die NFL die Karriere von Spielern, die nicht in den USA geboren wurden.

Vollmer schwärmt von Johnson

In dieser Saison steht Johnson von Beginn an im 53er Kader der Patriots und sollte seine Einsatzzeit weiter steigern können.

„Er war in der letzten Saison schon gut“, sagt der zweimalige Super-Bowl-Champion Sebastian Vollmer bei SPORT1. Nun habe er seine Rolle auf eine noch breite Basis stellen können.

Vollmer, zwischen 2009 und 2016 selbst bei den Patriots aktiv, sieht in der Vielseitigkeit den größten Trumpf des gebürtigen Stuttgarters.

„Nicht jeder Spielzug braucht einen Fullback“, gibt der 37-Jährige zu bedenken. „Du willst aber trotzdem deine besten Spieler auf dem Platz haben und dann setzt du ihn eben irgendwo anders ein, beispielsweise als Tight End oder auf einer anderen Running Back Position.“

Je mehr Positionen man spielen könne, desto größer ist der Wert für das Team, betont Bradys ehemaliger „Bodyguard“ Vollmer. „Das zeigt auch die Spielintelligenz von Jakob. Du musst nicht nur die Spielzüge des Fullbacks kennen, sondern auch die Routen eines Tight Ends und weitere. Das ist auch mental eine Anforderung. Bis jetzt hat Jakob alle gemeistert.“

Derzeit spricht nichts dagegen, dass er auch die zukünftigen Herausforderungen meistert. Was das Team angeht, wäre dies wohl zunächst der Sprung in die Playoffs.

Newton muss Jones weichen

Der soll ohne Newton gelingen, den die Patriots vor wenigen Tagen überraschend entließen. Coach Bill Belichick vertraut stattdessen auf den erst 23 Jahre alten Mac Jones. (Das NFL-Powerranking von SPORT1)

Der erinnert mit seinen präzisen Pässen ein wenig an Brady und soll die Patriots langfristig zurück zu alten Erfolgen führen.

Dass dazu auch Johnson seinen Anteil beitragen kann, davon ist Vollmer überzeugt.

Der erste Offensiv-Touchdown eines Deutschen sei dabei nur ein kleiner Schritt „in einer hoffentlich langen Karriere“.

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