Deutsche Schatzrendite steigt erstemals seit 2008 über 3%

(Bloomberg) -- Europäische Staatsanleihen stürzten am Freitag erneut ab, und Geldmarkthändler wetten wieder stärker auf Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank, nachdem US-Daten gezeigt hatten, dass die amerikanische Wirtschaft besser läuft als erwartet.

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Die Renditen zweijähriger Bundesschatzanweisungen — die am stärksten auf geldpolitische Veränderungen reagieren — stiegen am Freitag um 13 Basispunkte und lagen zum ersten Mal seit 2008 über 3%. Die Geldmärkte gehen nun davon aus, dass der Einlagensatz der EZB im Laufe des Jahres einen Höchststand von 3,87% erreichen wird, verglichen mit der Erwartung eines Zinsgipfels von 3,5% zu Jahresbeginn.

Diese Bewegung ist Teil einer breiteren Kurskorrektur an den globalen Anleihemärkten, da die Händler gezwungen sind, sich auf einen stärkeren Preisdruck und widerstandsfähigere Volkswirtschaften einzustellen, was den Weg für eine weitere Straffung durch die Zentralbanken ebnen könnte. Auch die Möglichkeit von Zinssenkungen der EZB bis zum Ende des Jahres wurde am Freitag von den Händlern ausgepreist.

“Die Märkte hatten seit der letzten Zentralbanksitzung viel zu verdauen”, sagte Pooja Kumra, Strategin für europäische Renten bei der Toronto-Dominion Bank. “Die Euro- und Sterling-Rentenmärkte haben auf jede einzelne starke Veröffentlichung in den USA reagiert.”

Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben in den USA stieg um 0,6% gegenüber dem Vormonat und damit stärker als von Ökonomen erwartet, wie Daten des Handelsministeriums am Freitag zeigten. Preisbereinigt stiegen die persönlichen Ausgaben um 1,1%.

Überschrift des Artikels im Original:Germany’s Two-Year Yield Rises Past 3% for First Time Since 2008

--Mit Hilfe von Greg Ritchie.

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