Deutsche Ryanair-Piloten fordern Chef Michael O'Leary zu Tarifverhandlungen auf

Ryanair-Maschine in Dublin

Ryanair-Piloten aus Deutschland haben mit Unterstützung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eine Tarifkommission gegründet, um Verhandlungen mit dem Chef der irischen Fluggesellschaft, Michael O'Leary, zu beginnen. Gewerkschaftsverträge seien nötig, damit europäische und nationale Regelungen eingehalten würden, teilte die VC am Freitag mit. Europäische Ryanair-Piloten forderten demnach bereits seit einiger Zeit vergeblich Tarifverhandlungen.

"Wir sehen derzeit eine demografische Veränderung bei den Ryanair-Piloten", erklärte Jim Phillips von der VC. Viele von ihnen würden inzwischen gern Karriere bei der irischen Billigfluggesellschaft machen, anstatt nur ein paar Flugstunden zu sammeln. Deshalb brauche es "die Stabilität der nationalen Tarifverträge", argumentiert Phillips.

Ryanair-Sprecher Robin Kiely erklärte dazu, die Gewerkschaftsdarstellungen seien "ohne Grundlage". Piloten von Ryanair erhielten "an vielen Standorten in Europa weiterhin beträchtliche Lohnerhöhungen, bessere Dienstpläne" sowie "Gehälter von mehr als 150.000 Euro pro Jahr". Piloten von Ryanair könnten Probleme mit dem Unternehmen "jederzeit über den ERC-Ausschuss ihrer Basis melden", hieß es weiter. Die irische Justiz habe diese örtlichen Angestelltenvereinigungen als "rechtmäßige Tarifverhandlungen genehmigt".

Ryanair-Chef O'Leary hatte zuletzt an seine Piloten appelliert, nicht zur Konkurrenz zu wechseln. Er versprach außerdem mehr Geld und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Auf die Forderungen nach Tarifverhandlungen der Piloten in der EU ist er laut VC bislang jedoch nicht eingegangen.

Ryanair hatte im September den Ausfall von rund 20.000 Flügen bis März bekanntgegeben. Grund dafür sind der Fluggesellschaft zufolge "Schwierigkeiten mit der Planung des Jahresurlaubs" der Piloten. Ryanair wies wiederholt Berichte zurück, wonach das Unternehmen mit Pilotenmangel kämpft.