Deutsche Politiker in Sorge über verbale Eskalation im Nordkorea-Konflikt

Deutsche Politik besorgt über Nordkorea-Krise

Angesichts des Säbelrasselns zwischen den USA und Nordkorea fordert der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Nato-Partnern eine Distanzierung von US-Präsident Donald Trump. "Die Bundeskanzlerin muss mit europäischen Nato-Partnern jetzt dem US-Präsidenten unmissverständlich deutlich machen, dass wir weder die Tonlage noch mögliche militärische Handlungen unterstützen", sagte Mützenich der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" vom Donnerstag.

In einer der schwersten nuklearen Krisen nach dem Ende des Kalten Krieges könne sich Merkel eine Haltung des Abwartens nicht weiter leisten, fügte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende hinzu. Die jüngsten verbalen Drohungen zwischen Nordkorea und den USA seien besorgniserregend und beinhalteten ein "hohes Eskalationsrisiko". Zugleich seien mit Russland und China zwei weitere Nuklearmächte in den Konflikt involviert, "der auch für uns unmittelbare Konsequenzen haben könnte".

Nordkorea treibt trotz internationaler Sanktionen sein Raketen- und Atomwaffenprogramm seit Jahren voran. Im Juli testete das abgeschottete Land zwei Interkontinentalraketen, die nach Einschätzung von Experten das US-Festland treffen könnten.

Trump verwies in einer an Pjöngjang gerichteten Äußerung auf das Nuklearwaffenarsenal der Vereinigten Staaten, das "schlagkräftiger als je zuvor" sei. Außerdem drohte der US-Präsident, die USA würden auf Provokationen aus Nordkorea "mit Feuer und Wut" reagieren. Daraufhin drohte Nordkorea seinerseits mit einem Raketenangriff auf Ziele im Umfeld des US-Militärstützpunkts Guam im Pazifik.

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt (CDU), bezeichnete die Drohungen von Trump als "nach innen gerichtetes Signal, das aber außenpolitisch weder besonders geschickt noch hilfreich" sei. Eine immer neue verbale Eskalation spiele dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un nur in die Hände. "Das ist es doch, was er zur Festigung seiner Macht im Land braucht", sagte Hardt der "Neuen Osnabrücker Zeitung".